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China/Deutschland Erst mal wegpacken

aus DER SPIEGEL 22/1996

Die »hervorragenden deutsch-chinesischen Beziehungen« (Kanzler Helmut Kohl) sind derzeit leicht gestört. Bonns Botschafter in Peking, Konrad Seitz, wurde Mitte Mai ins chinesische Außenministerium einbestellt. »In deutlicher Sprache«, so ein Diplomat, beschwerten sich die Chinesen über die geplante Tibet-Resolution des Bundestages. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, sich »verstärkt dafür einzusetzen«, daß die Menschenrechte in Tibet respektiert werden. In der Resolution heißt es, der völkerrechtliche Status Tibets - für China Teil seines Staates - sei »strittig«.

Doch auch Bonn fand Grund zur Beschwerde. Tage zuvor hatte der Gesandte Walter Nocker im Außenamt eine Protestnote überreicht, weil Peking chinesische Künstler nicht zu einem Kulturfestival nach München fahren lassen will, falls im Rahmenprogramm über Menschenrechte diskutiert werde. Die Demarche ließ Peking jedoch kalt. Den Organisatoren des Festivals wurde bedeutet, die Tickets für die chinesischen Teilnehmer könnten sie erst mal wieder wegpacken.

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