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»ES GRÜNT UND BLÜHT«

Der folgende Aufsatz einer 14jährigen Schülerin erhielt bei einem Test je viermal die Zensur »sehr gut« oder »gut«, einmal die Note »befriedigend« sowie je dreimal die Zensur »ausreichend« oder »mangelhaft«.
aus DER SPIEGEL 44/1970

Die Sonne hat den Nebelschleier durchbrochen. Ein neuer Tag beginnt. Es ist ein Sonntag, ein Sonntag im Frühling.

In der Natur ist es noch feierlich still. Doch bald wird diese Stille von dem Gesang der Vögel unterbrochen. Die Natur ist erwacht.

Der Morgen geht vorüber. Der Nachmittag bricht an. Ein Förster unternimmt mit seinem treuen Hund einen Spaziergang. Nur wenn er allein ist, kann er die Schönheit der Natur genießen und sich daran erfreuen. Einige Veilchen sind schon aufgeblüht, die ersten Boten des Frühlings. Das zarte Grün der jetzt erst ausgeschlagenen Bäume bildet einen wunderbaren Gegensatz zu dem strahlend blauen Himmel. An allen Ecken und Enden grünt und blüht es. Der Förster kann sich nicht genug satt sehen. Ihm fällt ein kleines Gedicht ein, das er einmal in der Schule gelernt hat:

»Frühling läßt sein blaues Band ...«

Der Tag geht schon zur Neige. Der Förster kehrt um von seinem Spaziergang,

Er hat diesen Sonntagnachmittag in der freien Natur verbracht, und nur wenige haben wie er den Frühling auch wirklich vernommen.

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