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UNTERHALTUNG ETWAS GROSSES

aus DER SPIEGEL 52/1966

Dome

Über allen Dächern ragen Dome hoch im Abendland,

um dem Höchsten Lob zu sagen

wuchsen sie durch fleiß'ge Hand,

etwas Großes wird kommen, Du siehst es noch nicht,

doch Du beginnst mit dem ersten Spatenstich

Maurer, Künstler, Zimmerleute,

Bischof, Adel, Bürgerstand

ging ans Werk mit großer Freude,

bis das Bauwerk fertig stand.

Glaube, Mut und Gottvertrauen

gaben ihnen weite Sicht,

denn sie fingen an zu bauen,

die Vollendung sah'n sie nicht

Etwas Großes . .

So wie diese alten Dome fest in Fundamenten ruhn,

werden wir das Große schaffen, wenn wir es im Glauben tun

Das Lied vom Kohlenpott

Ist der Kohlenpott nun völlig abserviert,

Oder hat sich selbst der Kumpel hier geirrt?

Denn das Stärkste, das ihn weiter trägt,

Ist das Herz, das in ihm selber schlägt.

Jeder wurstelt heute rum

An dem Kohlenpott,

Jeder glaubt, er wüßte mehr

Als der liebe Gott.

Doch was nützen alle

Die herrlichsten Ideen,

Wenn nicht alle Kumpels

Bewußt dahinter stehn?

Ist der Kohlenpott nun völlig abserviert,

Oder hat sich selbst der Kumpel hier geirrt?

Denn das Stärkste, das ihn weiter trägt,

Ist das Herz, das in ihm selber schlägt

Sicher geht das Licht nicht aus

Für diesen Menschenschlag,

Ob er nun am Fließband steht

Oder unter Tag,

Vor ihm liegt 'ne neue Zeit,

Und Deutschland zählt darauf,

Daß er allen voran geht

Im Geiste des Glückauf

Nein, der Kohlenpott, der ist nicht abserviert,

Und es hat sich selbst der Kumpel hier geirrt,

Denn das Stärkste, das ihn weiter trägt,

Ist das Herz, das in ihm selber schlägt.

Wir stehen hinter Ihnen, Herr Bonn

Wir stehen hinter Ihnen, Herr Bonn,

Wir gehn mit Ihnen voran,

Wir teilen Ihre Last, Herr Bonn,

Weil einer allein sie nicht tragen kann

Die Last, die auf Ihren Schultern ruht,

Ist so schwer, keiner trägt sie allein.

Darum sind wir hier und stehn an Ihrer Seite

Und wollen Ihre Helfer sein.

Denn kein Herz ist so weit und kein Rücken so stark,

Keiner braucht so viel Geduld wie Sie.

Doch wir wissen genau, wenn wir vorwärtsgehn,

Werden viele mit uns ziehn.

Traum

Einen Weg kenne ich, tief im Walde versteckt,

eine graue Mauer steht dort.

Schon seit langer Zeit ist die Mauer da,

doch ich weiß, eines Tages muß sie fort.

Denn dort drüben sind Menschen so wie ich,

und sie wollen ein freies Land.

Darum gibt es Stellen im alten Gestein,

wo das Mauerwerk verschwand.

Von der grauen Mauer träumte Ich einmal.

Ein Kind konnte ich dort sehn, und ich wollte zu ihm,

und ich rief ihm zu, doch es konnte mich nicht verstehn.

Da lief Ich zur Mauer, sie war kalt und grau,

schon berührte ich sie mit der Hand,

da zerfiel sie, wie ein Nebel flieht,

weil die Mauer in mir verschwand.

Einen Weg kenne ich, tief im Walde versteckt,

eine graue Mauer steht dort, schon seit langer Zeit

Ist sie da, doch ich weiß, eines Tages ist sie fort,

eines Tages ist die Mauer fort.

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