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EUROPARAT

aus DER SPIEGEL 13/1956

Ein einprägsames Beispiel deutscher Zwietracht wird von der deutschen Europaratsdelegation in Straßburg erwartet. Seit dem Amtsantritt des französischen Sozialisten Guy Mollet als Ministerpräsident der IV. Republik ist der Sessel des Präsidenten der Beratenden Versammlung des Europarats frei, auf dem Mollet bis dahin saß. Unter den Kandidaten, die um die Nachfolge konkurrieren, sind der belgische Senator und Sozialist Fernand Dehousse und der deutsche Sozialdemokrat Professor Carlo Schmid klare Favoriten. Die deutschen CDU-Mitglieder des Europarats haben jedoch nach Rücksprache mit ihrer Partei beschlossen, gegen den deutschen und für den belgischen Kandidaten zu stimmen, weil nach christlich-demokratischer Ansicht ein ausländischer Sozialist immer noch besser ist als ein deutscher Sozialdemokrat.

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