Zur Ausgabe
Artikel 10 / 70

Exodus aus der UdSSR

aus DER SPIEGEL 52/1979

Die Sowjet-Union hat in diesem Jahr mehr Juden auswandern lassen als je zuvor. Bis zum Jahresende werden es über 50 000 sein. Die bisherige Höchstzahl gab es 1973 mit 33 500 Emigranten. In Zukunft allerdings will Moskau jenen Russen die Ausreise erschweren, die sich das Recht dazu durch Heirat mit jüdischen Partnern erwarben. Für solche Scheinehen wurden bereits fünfstellige Rubelbeträge bezahlt. Nunmehr verlangen die Behörden den Beweis, daß es sich nicht nur um eine Zweckehe handelt: Entweder müssen die Partner drei Jahre verheiratet sein oder aber Kinder haben, bevor sie das Land verlassen können. Im Gegensatz zur jüdischen Emigration ist die Auswanderung von Deutschen im Rahmen der Familienzusammenführung seit einem Höhepunkt im Jahre 1976 (9626 Auswanderer) stetig zurückgegangen: In diesem Jahr werden es knapp 7000 sein.

Zur Ausgabe
Artikel 10 / 70
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.