Zur Ausgabe
Artikel 15 / 120
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

LEBENSMITTEL Extrem belastet

aus DER SPIEGEL 2/2003

Verbraucher bezahlen ihr wachsendes Faible für scharf-würzigen Rucola-Salat mit einer extrem hohen Aufnahme von Nitrat. Die Stickstoff-Verbindung gilt als gesundheitlich bedenklich, da aus ihr Krebs erregende Nitrosamine im Körper entstehen können. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart wies in den löwenzahnähnlichen Rucola-Blättern Rekordmengen von bis zu 13 Gramm Nitrat pro Kilogramm nach - etwa dreimal so viel, wie in Kopfsalat maximal zulässig ist. Auch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit berichtet von »vielfach extrem hohen Nitratgehalten« in untersuchten Proben. Beanstanden können die Behörden das unter anderem in Südeuropa beheimatete Gewächs gleichwohl nicht: Anders als etwa im Fall von Spinat, Eisberg- oder Eichblattsalat, die als stark nitratanreichernd bekannt sind, fehlt ein Grenzwert für Rucola. Schon im Jahr 2000 mahnten Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gesetzgeberische Aktivitäten beim Bundesverbraucherschutzministerium an. Geschehen ist bis heute nichts.

Zur Ausgabe
Artikel 15 / 120
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.