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DARFUR Extrem verschärft

aus DER SPIEGEL 37/2006

Aufgeschreckt durch Appelle von Hilfsorganisationen und Menschenrechtsgruppen, will Frankreich notfalls auch ohne Zustimmung der sudanesischen Regierung in Khartum die Entsendung von Uno-Truppen in das Krisengebiet Darfur durchsetzen. Angesichts der humanitären Tragödie, bei der seit Beginn der Massaker vor dreieinhalb Jahren bis zu 300 000 Menschen getötet wurden, müsse die internationale Gemeinschaft durchgreifen, um den »Genozid« aufzuhalten, so Außenminister Philippe Douste-Blazy. Zwar hat der Uno-Sicherheitsrat einen Blauhelmeinsatz für Darfur und die Aufstockung der Truppen auf gut 20 000 Mann längst beschlossen. Doch Khartum lehnt die Einmischung der Uno ab, droht mit Feindseligkeiten und plant, eigene Soldaten zu entsenden - was eine weitere Eskalation der Gewalt bedeuten würde. Im November will Frankreichs Außenminister nun persönlich das Regime zum Einlenken bewegen: mit dem unmissverständlichen Hinweis, auch in der Vergangenheit habe es bereits Uno-Einsätze ohne Zustimmung der betreffenden Regierungen gegeben. Der diplomatische Druck ist überfällig. Schon jetzt berichten Hilfsorganisationen über die heftigsten Kämpfe der vergangenen Jahre, klagen über eine »extrem verschärfte Sicherheitslage für humanitäre Helfer«. Allein im Juli wurden in Darfur acht Helfer getötet. Die Zivilbevölkerung und Hilfsorganisationen sind den Angriffen der Dschandschawid-Milizen, der Regierungstruppen und Oppositionsgruppen hilflos ausgeliefert.

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