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Bosnien-Polizei Fahrt ins Blaue

aus DER SPIEGEL 32/1996

Nach polizeilichen Ermittlungen gegen drei deutsche Beamte der EU-Polizei von Mostar drohen dem Leiter des deutschen Kontingents, Polizeidirektor Heinrich Parusel, beamtenrechtliche Konsequenzen. Laut Ermittlungsbericht des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen waren die drei Beamten Ende April im kroatischen Küstenort Mali Ston betrunken Auto gefahren. Der Fahrer habe den EU-Polizeiwagen »in stark betrunkenem Zustand (torkelnd und lallend)« gelenkt. Parusel, laut Ermittlungsbericht »offensichtlich in gleicher Weise betrunken«, saß mit dem dritten Beamten als Passagier dabei. Obschon andere Deutsche vor Ort - ein Berliner Fregattenkapitän a. D., ein Ingenieur und ein Projektleiter des Technischen Hilfswerks - das Trio von seiner Tour abhalten wollten, starteten die Beamten zur Fahrt ins Blaue. »PD Parusel«, so bedauert der Ermittlungsbericht, »lehnte ein Gespräch« über die denkwürdige Dienstfahrt ab. Merkwürdig sei auch, daß die Untersuchung der Trunkenheitsfahrt »erst nach einem SPIEGEL-Artikel« über die zerstrittene Führung des deutschen Polizei-Kontingents (20/1996) eingeleitet wurde. Insofern, so die Ermittler, ergebe »sich sogar der Verdacht der Strafvereitelung im Amt«.

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