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USA Falsche Kennedy-Papiere

aus DER SPIEGEL 13/1998

Ein Bundesgericht in New York versucht derzeit, Licht in eine der aufsehenerregendsten Fälscheraffären der letzten Jahre zu bringen. Ermittler werfen dem ehemaligen Rechtsbeistand Lawrence Cusack vor, angebliche Kennedy-Dokumente gefälscht und für sieben Millionen Dollar an Sammler und Journalisten verkauft zu haben. Das Material, so verteidigt sich Cusack, stamme von seinem Vater, der als Anwalt für den Kennedy-Clan gearbeitet habe. Die vermeintlich sensationellen Papiere sollten nicht nur eine Affäre zwischen dem 1963 ermordeten Präsidenten und Marilyn Monroe belegen, sondern auch die Nähe Kennedys zur Mafia. Dem Fernsehsender ABC etwa war der Stoff zunächst zwei Millionen Dollar wert (SPIEGEL 41/1997). Trotzdem tun sich die Ankläger nun schwer: Ihr Hauptbeweismittel ist ein heimlich mitgeschnittenes Geständnis Cusacks, das dessen Anwälte anfechten. Außerdem sind sich die Experten nicht einig, ob alle verkauften Dokumente gefälscht sind. Auch Regreßansprüche werden kaum durchzusetzen sein: Der größte Teil der sieben Millionen Dollar ist verschwunden.

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