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Farbberatung als »Einkaufshilfe«

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aus DER SPIEGEL 11/1984

Vor Mißgriffen beim Einkauf von Garderobe und Kosmetik möchte »Colours« bewahren, ein neuartiger »Farbservice« aus Kanada, der bereits in den USA, Mexiko und England gewinnbringend operiert und nun in München seine erste Deutschland-Filiale eröffnet hat. Neunzig Prozent aller Konsumenten, behaupten die kanadischen Farbspezialisten, tragen Farben, die nicht zu ihnen passen, weil sie sklavisch jeder Mode folgen, impulsiv kaufen oder farbliche Vorurteile haben. Wichtigstes Kriterium für das »Colour Consulting« (Preis pro Person: 200 Mark), dem sich außer Liz Taylor und Dallas-Star Linda Gray auch Paul Newman und Robert Redford unterzogen haben, ist die Grundtönung der Haut, die unabhängig von Rasse und Alter zwischen einem Rosa und einem Pfirsichton variiert. Ihr entsprechen angeblich vier Farbtypen, denen »Colours«-Kunden vermittels farbiger Stoffstücke, die um die Schultern drapiert werden, in einem zweistündigen Selektionsverfahren zugeordnet werden. Dabei berufen sich die Farbberater aus Kanada auf den Bauhaus-Künstler Johannes Itten, der Ende der zwanziger Jahre mit seiner Klasse »subjektive Farbklänge« erarbeitet und in seinem Standardwerk »Kunst der Farbe« veröffentlicht hat.

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