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Farthmann vorn

aus DER SPIEGEL 43/1976

In Nordrhein-Westfalen wird seit vergangener Woche um die beiden wichtigsten SPD-Positionen gepokert: um die Ämter des Landesvorsitzenden und des Ministerpräsidenten. Der jetzige SPD-Landesvorsitzende Werner Figgen, der sich schon immer lieber um sein Jagdrevier als um Parteiarbeit und Wählerstimmen kümmerte, hat auf eine neue Kandidatur für Herbst 1977 verzichtet. Als sein aussichtsreichster Nachfolger gilt Hermann Heinemann, Vorsitzender des mitgliederstärksten SPD-Bezirks Westliches Westfalen. Dann wären Weichen gestellt: Heinemann ist wichtigster Protektor des Düsseldorfer Arbeits- und Sozialministers Professor Friedhelm Farthmann, der neben Wissenschaftsminister Johannes Rau als Nachfolger von Ministerpräsident Heinz Kühn favorisiert ist. Farthmann war im Bundestags-Wahlkampf als einziger SPD-Landespolitiker dem CDU-Generalsekretär Kurt Biedenkopf im Revier hart und überzeugend entgegengetreten. Er gehört allerdings nicht dem Landtag an. Nach der NRW-Verfassung muß jedoch der Regierungschef aus der Mitte des Landtags gewählt werden. Das heißt: Bei vorzeitigem Rücktritt von Kühn käme Farthmann nicht ans Regierungs-Ruder. Doch Kühn will, obschon gesundheitlich geschwächt. bis 1980 durchhalten.

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