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DEUTSCHE WELLE »Faules Dreckschwein«

aus DER SPIEGEL 32/1999

Auffallend ausfallend reagiert Dieter Weirich, Intendant der öffentlichrechtlichen Deutschen Welle (DW), wenn er auf den früheren Repräsentanten seines Senders in Washington angesprochen wird. Gerhard Besserer sei das »faulste und kriminellste Dreckschwein«, das ihm untergekommen sei, soll der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Weirich im November 1998 am Rande des CDU-Parteitages in Bonn gesagt haben. In einer eidesstattlichen Versicherung bestritt Weirich kurz darauf diesen Verbalausfall, der von seinem Gesprächspartner kolportiert worden war. Doch das Landgericht Koblenz entschied jetzt in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil, es sei sehr wahrscheinlich, dass der Intendant sich entsprechend geäußert habe. Gegenüber dem SPIEGEL hatte Weirich Besserer ebenfalls 1998 als »stinkende Ruine« bezeichnet. Hintergrund: Der Intendant vermutet, dass Besserer als Informant hinter einer Reihe kritischer Berichte über den Sender steht. Im vergangenen Jahr versuchte er, seinem Washington-Repräsentanten dreimal fristlos zu kündigen, obwohl dessen Vertrag wenige Wochen später ohnehin ausgelaufen wäre. Das Arbeitsgericht Köln hat die Kündigungen inzwischen wegen Formfehlern für wirkungslos erklärt. Das Verhalten Weirichs stößt bei vielen Mitgliedern der DW-Aufsichtsgremien auf Unverständnis.

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