Zur Ausgabe
Artikel 16 / 110
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

ATOMTRANSPORTE Fehlende Stoßdämpfer

aus DER SPIEGEL 18/2004

Weil einige Stoßdämpfer fehlen, soll ab Juni alter DDR-Atommüll in 18 Transporten von Sachsen in das NRW-Zwischenlager Ahaus gebracht werden. Grund für die hohe Zahl der Einzeltransporte ist, dass die Firma Nuclear Cargo + Service (NCS) nur einen Satz der für Castor-Transporte vorgeschriebenen Schockabsorber zur Verfügung hat. Für die grüne NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn ist es »ein Unding«, dass wegen dieser fehlenden Stoßdämpfer, Wert pro Satz 90 000 Euro, allein ihrem Land 50 Millionen Euro Transport- und Sicherungskosten entstehen sollen. Zudem werde es wohl gegen jeden Transport große Demonstrationen geben. NCS will die fehlenden Stoßdämpfer, mit denen sich die Zahl der Transporte reduzieren ließe, nicht kaufen, weil die Firma fürchtet, dass die Beschaffung länger dauern könnte, als ihre Transportgenehmigung gültig ist.

NRW versucht, den Transport juristisch zu verhindern, da laut Paragraf 4 des Atomgesetzes ein »überwiegendes öffentliches Interesse« dagegen bestehe. Für den letzten Castor-Transport nach Ahaus 1998 waren 16 000 Polizisten tagelang im Einsatz.

Zur Ausgabe
Artikel 16 / 110
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.