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aus DER SPIEGEL 6/1949

Kardinal Mindszenty trug die einfache schwarze Robe eines Priesters, als er den Verhandlungsraum des Budapester Volksgerichtshofes betrat. Der katholische Fürstprimas von Ungarn und sechs seiner Anhänger sind des Hochverrats und der Beteiligung am Devisenschmuggel angeklagt. Kurz nach Verhandlungsbeginn verlas der Gerichtsvorsitzende Vilmos Olty ein Schreiben Mindszentys an den ungarischen Justizminister. Darin gibt der Kardinal zu, »ernste Fehler« mit seinem Kampf gegen ein Abkommen zwischen Kirche und Staat begangen zu haben. Er bittet weiter um Einstellung des Verfahrens und seine Freilassung gegen sein Versprechen, bis auf weiteres sein Amt niederzulegen. Nach Verlesung des Briefes erhob sich der Kardinal und erklärte, er habe den Brief mit eigener Hand geschrieben und freiwillig. Er ist der erste katholische Kardinal, gegen den eine Regierung ein Strafverfahren einleitet.

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