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Fernando Botero,

aus DER SPIEGEL 24/1994

62, kolumbianischer Maler und Bildhauer, verursachte in Madrid eine Debatte über den Diätwahn. In der spanischen Hauptstadt waren 21 der riesigen fettleibigen Bronzeskulpturen des Südamerikaners aufgestellt worden. Neben vielen Schaulustigen machte sich auch eine selbsternannte »Kulturguerilla« bemerkbar, die mit Abbildungen der dürren Figuren des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti vor dem »psychologischen Schaden« warnte, den »Boteros voluminöser Müll« anrichte. Madrids Stadtkämmerer Fernando Lopez Amor, ausgemachter Gegner des Schlankheitsideals, hofft nun auf Spender, damit einige der dickwanstigen Figuren angekauft werden können. Es gebe in Spanien »eine wunderbare Bevölkerung von Fettleibigen«, begründet Lopez Amor, »die vielleicht ein Symbol brauchen, das sie gegen den Druck der Schlankheitsapostel immunisiert«. Botero will den Kampf gegen die Dünnen unterstützen und hat einen Preisnachlaß von 30 Prozent auf seine Skulpturen angeboten.

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