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Fernsehen auf dem fliegenden Teppich

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aus DER SPIEGEL 39/1983

Froh leuchtende Farben, die Möbel immer mobiler, die meisten Polsterbezüge abnehmbar oder nur noch lose drübergeworfen - Trends, die sich letztes Jahr erst andeuteten, waren nun schon vorherrschend bei der diesjährigen, der 23. Mailänder Möbelmesse. Nicht überall waren die bunten Möbelstoffe so gelungen wie bei dem segelartig gespannten »Miamina«-Sessel der italienischen Firma Saporiti (Stoff-Entwürfe: Missoni), der sich zusammenklappen und in einer Art Golftasche verstauen läßt. Besonders verwandlungsfähig scheint auch der ein- oder zweisitzige »Veranda«-Sessel der Firma Cassina, entworfen von dem Mailänder Designer Vico Magistretti. »Veranda«, bei dem sich Kopf- und Fußteil in jede beliebige Stellung biegen lassen, bietet »die Möglichkeit zum Fernsehen, ohne die Füße auf den Tisch zu legen«, ein »fliegender Teppich, der auf Wunsch wie eine Decke zusammengefaltet wird« (Magistretti). Fernöstlich inspiriert ist auch der postmodern anmutende Tisch »Tangram« (Entwurf: Massimo Morozzi, Hersteller: Cassina), der aus sieben Einzelteilen, jedes für sich ein Tisch, beliebig zusammengesetzt werden kann. Einflüsse der provozierenden Designer-Gruppe »Memphis« (SPIEGEL 51/1982) sind spürbar. »Memphis«, das an Witz und Ausstrahlung bisher nichts eingebüßt hat, zeigte eine neue Kollektion von 66 Entwürfen, darunter eine imposantkubistische Recamiere.

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