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FERNSEHEN Sonntag, 15. 11.

aus DER SPIEGEL 46/1987

20.15 Uhr. ZDF. Waldhaus

Unheilbare Seriitis. Start der neuen 17teiligen Reihe (siehe Seite 242).

22.30 Uhr. ARD. Miele

Der Stoff zu diesem strengen, kargen Fernsehkammerspiel (Regie: Essens Schauspieldirektor Hansgünther Heyme) geht auf eine Erzählung des vergessenen naturalistischen Schriftstellers Johannes Schlaf (1862 bis 1941) zurück. Miele (Inge Andersen) verdingt sich als Dienstmädchen in das Haus der in Weimar lebenden Ökonomierätin Behring (Angelika Hurwicz). Gezeigt wird das stille Dienen der Magd, ihr bescheidenes Auftreten, ihre allmählich durchbrechende Begabung fürs Stricken. In der Stadt verblaßten Dichterruhms führt Heyme schnörkellos die Entfaltung eines einfachen Menschen zu einer genialen Dienerin vor. Er zeigt ihre Illusionslosigkeit, Wärme und ihren Stolz. Die Charakterstudie (Szenenphoto) verzichtet auf Musik und den sonst üblichen Schnickschnack, die rechte Diät gegen seriendramaturgische Übersättigung. Allerdings kommt auch Heyme bei der naturalistischen Rekonstruktion nicht um Konzessionen herum: So sprechen die Darsteller eine Mischung aus Hessisch, Thüringisch und Schlesisch. Auch ist Fiktion, daß Miele der Rätin »Lotte in Weimar« von Thomas Mann vorliest: Die Film-Handlung endet 1921, Manns Roman erschien 1939.

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