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FERNSEHEN Sonntag, 22. 5.

aus DER SPIEGEL 20/1988

21.45 Uhr. RTL plus. SPIEGEL-TV

Aktuelles Nachrichten-Magazin.

22.10 Uhr. RTL plus. Otello

Titelheld Placido Domingo mit viel Karat in der Mohren-Kehle. Drumherum sonnige Gestade und mediterrane Verliese, Kostüme vom Feinsten, schäumende Wellen und rasselnde Säbel aus dem Mischpult - »Otello«, Verdis nachtschwarze Version des Shakespeare-Dramas, als tönendes »Must de Cartier« in Eastmancolor. Pompös auch die Präsentation des Luxusgeschöpfes: Zur Premiere verwandelte sich die Wiener Staatsoper erstmals in ein Lichtspieltheater. Regisseur Franco Zeffirelli hat den Mailänder Platten-Otello unter Lorin Maazel für den Soundtrack rücksichtslos ausgeschlachtet, Chöre gestutzt, Arien gekappt, ganze Passagen gestrichen und so Verdis Musik um 24 Minuten amputiert. Was er übrigließ, säuft oft in stereophonem Nachhall und vielerlei akustischen Umweltschmutz ab. Der Regisseur will »mit Verdi nur gemacht« haben, »was schon Verdi mit Shakespeare gemacht hat«. Hast du zur Nacht gebetet, Zeffirelli?

22.45 Uhr. ZDF. Eine entheiratete Frau

Paul Mazursky inszenierte 1977 diese Trennungsgeschichte eines lange friedlich zusammenlebenden Paares. Er, ein gut verdienender Angestellter, eröffnet seiner Frau (Photo: Jill Clayburgh mit Michael Murphy), daß er mit einer anderen zusammenleben will. Sie überwindet die Depression, befreundet sich mit einem einfühlsamen Künstler (Alan Bates) und verschmäht ihren Ex-Mann, als dieser wieder zurück will. Leider unterschlägt der Film die inneren Prozesse einer Trennung und wirkt deshalb unrealistisch.

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