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FERNSEHEN Sonntag, 27. 3.

aus DER SPIEGEL 12/1988

20.15 Uhr. ARD. Heimatmuseum

Erster Teil. Siehe Seite 223.

20.15 Uhr. Nord III. Fernando Pessoa

Der portugiesische Schriftsteller Fernando Pessoa (1888 bis 1935) hat ein äußerlich graues Leben geführt. Pessoa arbeitete als Übersetzer in Lissaboner Kontore, wagte nur eine einzige, platonische, Liebe und starb am Schnaps. Erst nach seinem Tode wurde Pessoas Geheimnis entdeckt: eine Holztruhe mit 27543 Manuskriptblättern, die der Autor unter verschiedenen Namen niedergeschrieben hatte: sehnsüchtige Lyrik, die um die verlorene Größe des Seefahrerlandes trauert, und skeptische Prosa ("Das Buch der Unruhe"), die der Identitätslosigkeit des modernen Menschen nachspürt. Der zweistündige Pessoa-Film von Peter Hamm ist verdienstvoll. Aber er zelebriert so innig das Pathos der weltabgewandten Lyrik, daß die moderne, den kleinen Alltag belichtende Prosa Pessoas leider im dunkel verbleibt.

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