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Briefe

FESTE HALTUNG
aus DER SPIEGEL 31/1960

FESTE HALTUNG

Ihre Darstellung meiner Beziehungen zur Firma Krupp ist nicht ganz korrekt. Um nachträgliche, unliebsame Berichtigungen zu vermeiden, schickte ich gleichzeitig mit der Übergabe an eine Presseagentur ein Exemplar meiner Artikelserie »Die armen Krupps« an die Firma mit der Bitte um Überprüfung der sachlichen Richtigkeit meiner Angaben. Ein Vertreter der Presseabteilung der Firma Friedrich Krupp machte - mir daraufhin - das überraschende Angebot: »Was wollen Sie haben, wenn Ihre Serie nicht erscheint?« Ich: »Ich bin gewohnt, für das bezahlt zu werden, was ich tue, und nicht für das, was ich nicht tue.« Diese Äußerung muß, wie ich zu spät bemerkte, von der Firma Krupp mißverstanden worden sein. Sie machte mir das Angebot, mir laufend Reportage-Aufträge zu 500 Mark zu erteilen. Ich hatte keine Bedenken, eine Reportage über die Villa Hügel zu verfassen, zumal ich mich in keiner Weise dadurch verpflichten ließ. Entgegen den Wünschen der Firma erschien nämlich meine Krupp-Serie, sachlich berichtigt, in ihrer Tendenz völlig unverändert. In puncto publizistische Unbestechlichkeit blieb ich so hart wie Krupp-Stahl. Die Firma hat diese Qualität nicht durch weitere Reportage-Aufträge honoriert.

Idar-Oberstein

GEORG SCHNEIDER

Wirtschaftspublizist

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