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Briefe

Fette Lemminge genährt
aus DER SPIEGEL 5/1995

Fette Lemminge genährt

(Nr. 3/1995, Intellektuelle: Linke, die rechts pöbeln - Castorf & Co.)

Warum nur diese Aufregung? Castorf: ein Möchtegern-Revoluzzer, der auf der Bühne und im Feuilleton gleichermaßen kleinkindhaft-quengelnd in die Fettnäpfchen stampft, um den »Spießern« eins auszuwischen. Hrdlicka: ein starrsinniger Greis, der den Sturz in die Bedeutungslosigkeit durch publizierte Vulgarität verhindern möchte. Botho Strauß: ein mimosenhaftes Wesen, dem für seine Selbststilisierung als tragische Märtyrergestalt die antike Größe fehlt. Fazit: Dichter sind noch keine Denker. *UNTERSCHRIFT: Berlin AXEL GELFERT

Was waren wir Normalbürger doch dumm. Da glaubten wir in unseren staatlich subventionierten Biotopen eine besondere Art von Fabelwesen heranzüchten zu können, auf die eine kultivierte Zivilisation nicht verzichten kann: scharfzüngige, adleräugige, hellsichtige Beobachter und Kommentatoren, dem Wahren, Guten, Schönen verpflichtete Mahner und Visionäre. Was aber haben wir statt dessen an unserem Busen genährt: fette Lemminge. *UNTERSCHRIFT: Minden JÖRG BÜSCHING

Flach und zusammenhanglos werden hier die unzeitgemäßen Betrachtungen freier Denker und Künstler in das Schubladendenken des Kleingeistes gepreßt und unter den verschlissenen Deckmantel »linken Wahrheitsanspruchs« gepackt. *UNTERSCHRIFT: Düsseldorf DIRK SCHREIBER

Geht es in den Auseinandersetzungen tatsächlich in erster Linie um intellektuelle Positionsbestimmungen oder nicht viel eher um höchst persönliches Gespreize, um sehr viel Selbstgerechtigkeit und schiere Lust am Skandal? *UNTERSCHRIFT: Frankfurt am Main WOLFGANG HAFER

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