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Fidel Castro

aus DER SPIEGEL 33/1986

Fidel Castro, 59, kubanischer Staats- und Parteichef, reagierte vor der Fernsehkamera souverän auf eine Serie von versteckten Bösartigkeiten, mit der das offizielle Parteiorgan der Kommunistischen Partei Kubas »Granma« seit einigen Wochen versucht, ihn lächerlich zu machen. So zeigte das Blatt den Maximo Lider während der Parade zum 1. Mai. Hielt man das Photo gegen das Licht, erschien auf Fidels Brust ein Totenkopf. Im Juni wurde Castro in Uniform abgebildet, den Arm wie zum Hitler-Gruß erhoben. In der linken Bildecke standen die letzten zwei Silben des Wortes »anniversario«, also »ario« - zu deutsch: »Arier«. Einen Monat später hatte »Granma« eine Schlagzeile mit Hilfe ungewöhnlich großer Zwischenräume so komponiert, daß man auf der gefalteten Zeitung »Abajo Fidel«, »nieder mit Fidel« lesen konnte. Castro im Fernsehen: Partei und die Behörden sollten »endlich mit der Geheimniskrämerei« bei der Informationspolitik Schluß machen, die Journalisten sollten Mißstände aufdecken und anprangern »mit Würde und Achtung vor der revolutionären Moral«.

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