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FINNLAND Finanz-Skandal ohne Ende

aus DER SPIEGEL 52/2002

Zweieinhalb Monate vor den Reichstagswahlen gefährdet die Affäre um die halbstaatliche Telekom-Gesellschaft Sonera die politische Zukunft von Ministerpräsident Paavo Lipponen. Zwar hatten der sozialdemokratische Premier und seine Regenbogenkoalition im November eine Vertrauensabstimmung im Parlament noch klar gewonnen. Bei den Wählern indes schwindet die Zustimmung zu den großen Regierungsparteien zusehends. Zum ersten Mal seit Monaten liegt die oppositionelle Zentrumspartei in Meinungsumfragen klar vorn. Bei den aktuellsten Erhebungen bekam das bürgerliche Zentrum unter seiner neuen Parteichefin Anneli Jäätteenmäki bis zu drei Prozentpunkte mehr als der Premier. Lipponens wichtigster Koalitionspartner, die Konservativen, fiel auf 19 bis 20 Prozent zurück. Damit wäre seine Weiterarbeit als Regierungschef »sehr schwierig«, räumt Lipponen ein. Auch eine Regierungsbeteiligung seiner Partei als Juniorpartner sei schwer vorstellbar: »Das ist Wunschdenken.«

Grund für den Ansehensverlust ist neben der hohen Arbeitslosigkeit (8,9 Prozent) vor allem auch die Sonera-Affäre, die durch die Verhaftung von sechs Managern wieder für neue Schlagzeilen sorgte und als Skandal ohne Ende gilt. Das einstige Musterunternehmen hatte für den Erwerb der UMTS-Lizenzen und hochtrabende Pläne im Handy-Geschäft knapp vier Milliarden Euro an die deutsche Regierung überwiesen, die inzwischen als Verlust abgebucht werden mussten. Vor allem dem verantwortlichen Minister Olli-Pekka Heinonen und dessen Nachfolger Kimmo Sasi, beide von den Konservativen, wird eine Verletzung der Aufsichtspflicht angelastet.

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