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JAPAN Finstere Aussichten für Tokio

aus DER SPIEGEL 52/2002

Anfang kommenden Jahres droht Nippons Hauptstadt die schwerste Energiekrise seit dem Ölschock von 1973. Weil Japans größter Stromversorger, Tokyo Electric Power (Tepco), seit den achtziger Jahren Defekte in seinen Atomkraftwerken vertuscht und Untersuchungsberichte gefälscht hat, muss der Betreiber Reaktoren vorübergehend stilllegen und auf Sicherheit überprüfen lassen. Die Stromausfälle sollen möglichst durch konventionelle Kraftwerke ausgeglichen werden. Schlimmstenfalls wird Tepco alle 17 Reaktoren seiner 3 Atomkraftwerke (Gesamtleistung 17,30 Millionen Kilowatt) zeitweilig herunterfahren müssen. Angesichts der finsteren Aussichten will Tepco nun die 26-Millionen-Bevölkerung im Großraum Tokio in ganzseitigen Zeitungsinseraten zum Stromsparen aufrufen. Fünf Spitzenmanager von Tepco mussten wegen des Skandals bereits zurücktreten, darunter Firmenpräsident Nobuya Minami. Japan bezieht rund 34 Prozent seines Stroms aus Kernenergie.

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