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DIENSTAG Fliege

16.03 - 17.00 Uhr ARD
aus DER SPIEGEL 4/1995

Total verrücktes Thema: »Auf dem Friedhof bin ich dem Leben am nächsten«. *VORSPANN: 20.15 - 21.55 Uhr 3Sat *ÜBERSCHRIFT: Auf Wiedersehen Kinder

1944 wird Julien (Gaspard Manesse) per Bahn ins Internat vor die Tore von Paris geschickt, in ein von Patres geleitetes Institut mit soldatischem Drill und wenig zu essen. Auch vor den Schulmauern ist die Welt hart: Die deutsche Wehrmacht marschiert. Durch einen Verräter wird Juliens Freund Bonnet (Raphael Fejtö), ein Jude, den die Patres verborgen haben, der Gestapo ausgeliefert. Für Julien bricht die Welt der Kindheit zusammen. Der autobiographische Film (1987) des französischen Regisseurs Louis Malle gilt als Meisterwerk. *VORSPANN: 20.15 - 22.10 Uhr Pro Sieben *ÜBERSCHRIFT: Fatale Mutterliebe

Ein kleiner Junge als Zankapfel zwischen zwei schönen Frauen (Marijam Agischewa, Veronica Ferres). Eine gelungene Eigenproduktion des Kirch-Senders. *VORSPANN: 20.15 - 21.04 Uhr ARD *ÜBERSCHRIFT: Wir sind auch nur ein Volk

Es ist genau umgekehrt wie sonst üblich: Die Ost-West-Serie (Regie: Werner Masten) steigert sich von Folge zu Folge. Bemerkenswert die medienphilosophische Selbstreflexion des arbeitslosen Benno (Manfred Krug): Was wäre, wenn das Schicksal der TV-Ossi-Familie nur in der TV-Serie aufbewahrt würde? *VORSPANN: 23.00 - 0.40 Uhr Nord III *ÜBERSCHRIFT: Ekel

Carol (Catherine Deneuve) lebt bei ihrer älteren Schwester in London. Helen ist mit einem verheirateten Mann liiert. Von dem fühlt sich die keusche Carol ebenso angeekelt wie angezogen. Sein Rasiermesser und den dazugehörigen Rasierpinsel - Sigmund Freud grüßt - betrachtet sie voller Abscheu. Die Liebesgeräusche im Nebenzimmer erfüllen sie mit wachsender Unruhe. Ein Mann, der sich für sie interessiert, verwirrt sie. Die sexuelle Verklemmung der schönen Blondine entlädt sich in einer schrecklichen Bluttat. Roman Polanskis Thriller von 1965 traf die BRD mitten in der Frühphase der sexuellen Emanzipation: Der CDU-Abgeordnete Adolf Süsterhenn kämpfte heftig für die Aktion »Saubere Leinwand«, als der Film bei der Berlinale lief. Aber kein Ekel konnte »Ekel« am Kinoerfolg hindern.

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