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FORD 20 M/20 M TS: SECHSZYLINDER AUS DEM BAUKASTEN

aus DER SPIEGEL 10/1966

DER SPIEGEL veröffentlicht die Ergebnisse einer Untersuchungsreihe, in der jeweils 3000 Automobilbesitzer über Vorzüge und Mängel der von ihnen gefahrenen deutschen und ausländischen Modelle befragt werden. Die neunzehnte Umfrage gilt dem Ford 20 M/ 20 M TS. Die befragten Besitzer haben den Wagen im Durchschnitt sechs Monate lang gefahren und mit ihm 13 553 Kilometer zurückgelegt. 57,2 % fahren einen Ford vom Typ 20 M, 42,8 % einen 20 M TS*.

Mit ihrem Propaganda-Slogan »Viel Auto fürs Geld« haben die Kölner Ford-Werke offenbar Käufern die Idee eingeträufelt, sie bekämen bei Ford mehr für ihr Geld als bei irgendeiner anderen Automobilfabrik. Eine zugkräftige Idee - die Käufer des Ford 20 M nannten als stärkstes aller Kaufmotive (44,5 %), der Wagen sei ihnen »ungewöhnlich preiswert« vorgekommen**.

»Ein guter Kauf für Größe, Aussehen und Hubraum« des Wagens, merkte etwa ein Zahnarzt an. Viele hoben zusätzlich den Sechszylinder-Charakter des 20-M-Motors hervor. Er scheint bei zahlreichen Käufern eher als erhöhter Geltungsnutzen denn als technischer Vorteil gewertet zu werden. Und manchen schien verlockend, was ein Galvaniseur so formulierte: »Ein Sechszylinder unter 8000 Mark - Hut ab!«

Mit 43,0 % folgt dichtauf die als »ansprechend«, »schön«, »elegant« und »gekonnt entworfen« empfundene Form der Karosserie. Bei der Vorgänger-Karosserie (Typ 17 M) waren gar 61,4 % der Befragten von Fords »Linie der Vernunft« besonders angetan gewesen. Aber offenbar hat sich der Autofahrer so an sie gewöhnt, daß sie nicht mehr so sensationell wie damals bei der Einführung gewertet wird.

Von der Leistungsfähigkeit des Sechszylinder-Motors und seinen V-förmig angeordneten Zylindern wurden 35 % erwerbsbestimmend beeinflußt. Tenor der Anmerkungen: »Fortschrittliche Konstruktion.« 23 % ließen sich durch gute Erfahrungen und Zufriedenheit mit Ford-Erzeugnissen leiten, abermals 23 % waren von der Straßenlage beeindruckt. Weitere Kaufgründe: Geräumigkeit (19 %), Geschwindigkeit (16 %), Fahrkomfort und Bequemlichkeit (15,8 %), Beschleunigung (15,5 %), günstige Inzahlungnahme des Altwagens durch den Händler (13,3 %), Kundendienst (12 %).

Niedrigen Benzinverbrauch erwarteten beim Kauf nur 5,5 % der Sechszylinder-Fahrer. Die Skepsis der übrigen bestätigte sich in der Praxis. 42,8 % der 20-M-Fahrer und 35,2 % der Besitzer eines TS-Modells verbrauchten mehr als 12,5 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer:

20 M / 20 M TS

10,9 Liter und weniger - 10,0 % / 20,2 %

11,0 bis 11,4 Liter - 17,1 % / 20,5 %

11,5 bis 11,9 Liter - 14,2 % / 10,7 %

12,0 bis 12,4 Liter - 15,9 % / 13,6 %

12,5 bis 12,9 Liter - 13,3 % / 10,2 %

13,0 Liter und mehr - 29,5 % / 25,0 %

Schwierigkeiten mit Vergasern haben allerdings in den ersten Monaten sowohl Werkstätten als auch Besitzern ungewöhnlich viel Verdruß bereitet. Heute gelten extrem hohe Verbräuche der Ford-Sechszylinder eher als Ausnahmen. Dennoch liegen die Angaben insgesamt immer noch über den üblichen Mittelwerten. Der 20 M (85 PS) verbraucht im Durchschnitt 12,31 Liter Normal -Benzin, der 20 M TS (90 PS) 11,97 Liter Super auf 100 Kilometer.

Der stärkere TS-Typ ist mithin der bessere Futter-Verwerter. Recht häufig waren offenbar die Ford-Werkstätten unfähig, die recht heikle Vergasereinstellung korrekt vorzunehmen. Ein Kaufmann mit einem 20 M klagte: »13,4 Liter - laufend reklamiert, neue Vergasereinstellung, angeblich andere Düsen. Lakonische Antwort: 'Muß wohl soviel verbrauchen.'« Ein Prokurist dagegen: »11,5 Liter - für einen 6-Zylinder ist der Verbrauch absolut normal.« Seine Devise: »Fährt man anständig, braucht er wenig.«

TS-Fahrer urteilen über den Verbrauch durchweg milder, obwohl auch von ihnen mancher an einen ausgesprochenen Benzinsäufer geriet. Ein Student: »Verbrauch lag anfangs bei einem Gesamtdurchschnitt von über 17 Litern nach mehreren Änderungen am Vergaser 11,4 Liter Super erreicht.«

Bei gleicher oder annähernd gleicher PS-Zahl wurde für den BMW 1800 (90 PS) ein Verbrauchsmittel von 11,28 Liter Super-Benzin ermittelt, für den alten Opel-Kapitän (90 PS) 12,04 Liter, für den Citroen ID 19 (70 PS) trotz höheren Gewichts 10,12 Liter, für den DS 19 mit 80 PS 10,46 Liter, und für den 80 PS starken Mercedes-Typ 190 C wurden 11,95 Liter Super auf 100 Kilometer registriert - ein Wert, der fast genau dem Verbrauchsmittel des zehn PS stärkeren Ford 20 M TS entspricht.

Durchschnittlich gut bewerten die Besitzer die Straßenlage der Sechszylinder-Modelle:

ausgezeichnet - 38,8 %

gut - 49,2 %

zufriedenstellend - 7,6 %

ausreichend - 3,5 %

unbefriedigend - 0,9 %

Trotz eindeutiger Fahrwerksverbesserungen liegt das Prozentergebnis

allerdings unter dem des, alten 17 M. Der Unterschied erklärt sich aus den höheren Fahrleistungen, die mit den Sechszylinder-Motoren zu erreichen sind.

»Viel mehr habe ich von Ford nicht erwartet«, merkte ein Besitzer an. Ein anderer: »Der VW 1500 war mir sympathischer.« Kritik an der Straßenlage konzentriert sich auf die »problematische hintere Starrachse« (so ein Diplom-Volkswirt). »Hinterachse springt bei flotter Fahrweise hinten leicht weg«, notierte ein Elektromonteur. »Beim Beschleunigen verbiegen sich trotz Zwischenlagen die Federn immer noch S förmig.« Andere formulierten, der Wagen »hämmert hinten leicht weg«, er »rutscht in Kurven übers Heck weg«, er »reagiert leider auf Längs- und Querwellen durch Ausbrechen mit der Hinterachse«.

Dennoch haben 88 % die Straßenlage positiv beurteilt - sie sehen das Problem im Zusammenhang mit dem günstigen Preis oder dem gebotenen Federungskomfort. Offenbar fahren sie auch weniger riskant. »Es gibt sicher Wagen mit besserer Straßenlage«, meinte ein Ingenieur, »doch ist der Ford normalerweise sehr fahrsicher, auch mit der überholten Starrachse.« Mit der Federung -

zu hart - 2,4 %

gerade richtig - 86,7 %

zu weich - 10,9 %

- sind auffallend viele Fahrer nicht

einverstanden: Jedem - zehnten Sechszylinder-Fahrer ist sie zu weich. Bei der hohen Motorleistung von 85 / 90 PS werden die Blattfedern in ihrer Doppelfunktion - Federung und Führung der Hinterachse - eher überfordert als etwa bei den leistungsschwächeren Vierzylinder-Modellen mit gleichem Fahrwerk. Außerdem sinkt der Wagen bei voller Ausnutzung des riesigern Kofferraums auf der Hinterhand stark ein - Federungskomfort, aber auch Fahrverhalten und Fahrsicherheit werden dadurch ungünstig beeinflußt.

In der Beschleunigung unterscheiden sich die beiden Sechszylinder aus Köln deutlicher, als zu erwarten war:

20 M / 20 M TS

ausgezeichnet - 35,1 % / 60,2 %

gut - 49,2 % / 29,3 %

zufriedenstellend - 7,9 % / 4,4 %

ausreichend - 3,3 % / 1,7 %

unbefriedigend - 4,5 % / 4,4 %

Kritik richtet sich vornehmlich gegen die mangelnde Elastizität beider Motoren im unteren Drehzahlbereich. Die Gänge müssen beim Beschleunigen hoch ausgedreht werden, da offenbar erst von etwa 3000 Umdrehungen pro Minute an kraftvolle Leistung zur Verfügung steht. So beklagt ein Chirurg an seinem 20 M, bei niedriger Drehzahl sei »keine ausreichende Beschleunigung vorhanden, man muß viel schalten«.

Obwohl dei TS-Motor ähnlich veranlagt ist, urteilen viele TS -Fahrer wohlwollender. Fleißiges Schalten entspricht ihrer sportlichen Einstellung. Ein Dozent mit einem TS: »Wenn man nach dem Drehzahlmesser fährt, sind ausgezeichnete Beschleunigungswerte möglich - sofern man die Drehzahl zwischen 3000 und 5000 Umdrehungen hält.«

Zwiespältig ist die Bewertung der erreichbaren Dauergeschwindigkeit. Einmütig und oft im Inhalt nahezu wörtlich gleich wird in den Kommentaren bemängelt, daß die vom Werk angegebenen Höchstgeschwindigkeiten (20 M: 160 km/h, 20 M TS: 165 km/h) nicht erzielt werden. Andererseits stehen die Urteilsprozente in dieser Frage -

20 M / 20 M TS

ausgezeichnet - 34,7 % / 45,3 %

gut - 47,5 % / 35,4 %

zufriedenstellend - 8,7 % / 5,5 %

ausreichend - 5,8 % / 6,1 %

unbefriedigend - 3,3 % / 7,7 %

- geradezu im umgekehrten Verhältnis zur Anzahl der ungünstigen Kommentare.

Groll und Enttäuschung äußern vor allem die TS-Besitzer: »Die angegebene Spitze von 165 km/h bleibt Theorie oder ist bestenfalls mit Ach und Krach erreichbar«, notierte ein Ingenieur. Die meisten 20-M-Besitzer dagegen reagieren ungeachtet der auch bei ihnen unerfüllten Versprechungen wesentlich gelassener. In der Praxis scheint auch das tatsächliche Manko weniger zu schmerzen als der vermeintliche Prestige -Verlust. Ein kaufmännischer Angestellter mit einem 20 M: »Für mich reicht es, aber die Spitze von 160 km/h ist trotz mehrfacher Werkstattbesuche nicht zu erzielen.«

Mit der Fußbremse hingegen sind nahezu alle vollauf zufrieden:

ausgezeichnet - 52,3 %

gut - 36,2 %

zufriedenstellend - 7,3 %

ausreichend - 2,8 %

unbefriedigend - 1,4 %

Der 20 M TS ist serienmäßig mit einem Bremsverstärker ausgerüstet. Ein Teil der 20-M-Besitzer hat gegen einen Aufpreis von 95 Mark dieses Gerät im Werk einbauen lassen. Einhellig loben die Besitzer diese Kombination; einer formulierte: »Die Bremswirkung ist einmalig.«

Verdrießlich vermerken die Eigentümer jedoch, daß die Vorderrad -Scheibenbremsen oft störende Quietschgeräusche erzeugen. Werkstätten vermochten das Übel nach Besitzer-Aussagen nicht zu beheben: Es handele sich zweifellos um »eine Ford-Krankheit«.

Nachteil der Ford-Scheibenbremsen: Bei feuchter Witterung und nassen Bremsscheiben setze die volle Bremswirkung erst nach einer kurzen Verzögerung ein, Viele trösten sich: »Damit muß man eben rechnen.«

Ford-Fahrer haben gute Sicht nach vorn:

ausgezeichnet - 59,9 %

gut - 33,7 %

zufriedenstellend - 4,2 %

ausreichend - 1,4 %

unbefriedigend - 0,8 %

Nur eine unangenehme Begleiterscheinung wird von zahlreichen Besitzern beklagt: »Die Sicht durch die Windschutzscheibe nach den Seiten ist schlecht, da durch die Krümmung starke Verzerrungen auftreten.«

Ähnlich günstig ist es beim Ford 20 M um die Sicht nach hinten bestellt:

ausgezeichnet - 40,0 %

gut - 51,4 %

zufriedenstellend - 5,9 %

ausreichend - 2,6 %

unbefriedigend - 0,1 %

Bei der Bewertung der vom Scheibenwischer bestrichenen Fläche -

angenehm groß - 39,6 %

ausreichend - 52,1 %

zu klein - 8,3 %

-argumentieren zahlreiche Fahrer, die

gewischte Fläche könne »bedeutend größer sein«. In der Mitte bleibe ein ungewischter Keil, der gelegentlich sehr störe. Auch werde »nach den beiden Seiten hin, besonders aber beim Fahrer, nicht ordentlich gewischt«. Die Ford -Fahrer loben jedoch, daß die Wischer auch bei hoher Geschwindigkeit nicht von der Scheibe abheben. Die Scheibenwaschanlage dagegen dürfe mit größerem Druck arbeiten.

Die Gängigkeit und Schaltbarkeit des Getriebes wurde in der Befragung über den alten Typ 17 M mit 67,6 % allein für die Note »ausgezeichnet« (Viergang -Getriebe) honoriert. Beim Typ 20 M ist dieser Wert um mehr als 20 Punkte geringer:

ausgezeichnet - 43,8 %

gut - 41,1 %

zufriedenstellend - 10,3 %

ausreichend - 3,3 %

unbefriedigend - 1,5 %

Den Kölnern ist offensichtlich nicht gelungen, die leichtgängige, exakte und im Prinzip unveränderte Lenkradschaltung den neuen, kürzeren V-Motoren anzupassen. Speziell alte Ford-Fahrer trauern der alten Schaltung nach.

Die Lage der Bedienrungsschalter wird ohne sonderliche Begeisterung durchschnittlich bewertet:

sehr günstig - 48,0 %

zuiriedensteltend - 50,2 %

zu weit entfernt - 1,8 %

Als unglücklich empfinden zahlreiche der Befragten die Lage des Scheibenwischerschalters. Er sei, wie einer formulierte, »ohne Überlegung ausgerechnet hinter dem Schalthebel angebracht worden": Fahrer empfehlen, die Lage der Schalter nach praktischen und nicht

nach ästhetischen Gesichtspunkten zu bestimmen. So müßte zum Beispiel auch der Pumpenknauf für den Scheibenwascher »immer mit dem Fuß da unten irgendwo neben dem Kupplungspedal gesucht werden«.

Qualität der Verarbeitung ist nach Ansicht der Befragten nicht gerade eine Stärke der bundesdeutschen Ford-Tochter:

ausgezeichnet - 8,0 %

gut - 39,7 %

zufriedenstellend - 27,0 %

ausreichend - 15,6 %

unbefriedigend - 9,7 %

Grundsätzlich scheinen Ford-Käufer zu der Überzeugung gelangt zu sein, daß ein Wagen aus Köln in seinen für Fahr- und Verkehrssicherheit wichtigen Teilen gut verarbeitet ist, alle übrigen Details jedoch mit Rücksicht auf den Gestehungspreis und die nicht sehr hoch angesetzte Lebenserwartung der Wagen nur so gut wie unbedingt erforderlich gemacht sind. Einer räumte etwa ein: »Bei Fließbandarbeit nicht mehr zu erwarten.« Ein zweiter: »Eine wirklich erstklassige

Verarbeitung ist heute für den Hersteller unrentabel.« Ein dritter: »Bei der heutigen Serienproduktion muß man über manches hinwegsehen.«

Ärger lösten zum Beispiel folgende Montage- und Fertigungsversäumnisse bei den Fahrern aus:

- Schrauben *waren nicht angezogen, Windschutzscheiben undicht;

- Rückspiegel saßen locker, und elektrische Leitungen waren nicht angeschlossen;

- Polsterbezüge waren knapp gefaßt und schlecht genäht;

- Blechstellen waren nicht mit Lack in Berührung gekommen;

- Türen klapperten, und Scheinwerfer waren nicht eingestellt.

Derartige Mängel waren besonders dann unangenehm, wenn der Ford-Käufer an einen Händler geriet, der weder Zeit noch Lust hatte, das fabrikneue Auto in seiner Werkstatt zu Ende zu montieren.

Obwohl der 20 M TS etwas reichhaltiger ausgestattet ist als der 20 M, beurteilen die Besitzer beider Typen die Güte der Ausstattung übereinstimmend:

ausgezeichnet - 18,0 %

gut - 57,5 %

zufriedenstellend - 15,8 %

ausreichend - 6,6 %

unbefriedigend - 2,1 %

Neben allgemeinen Rügen, die Ausstattung könne »grundsätzlich besser«, »durchdachter« und »geschmackvoller« sein, bekritteln die Befragten speziell:

- Der Verstellmechanismus der vorderen Rückenlehnen durch zwei simple Rändelschrauben sei Mein Relikt aus den grauen Vorzeiten des Automobilbaus«.

- Der Aschenbecher sei in Form, Ausführung und Befestigung ausgesprochen ungeschickt gemacht - ein Patentanwalt: »Der Konstrukteur dieser Vorrichtung sollte fristlos entlassen werden.«

- Der Handschuhkasten sei viel zu klein.

- Der Haltegriff für den Beifahrer

müßte am Armaturenbrett und nicht über der rechten Tür befestigt sein.

Für die Heizung können sich die Besitzer nicht mehr so stark wie beim Vorgänger-Modell (60,4 % für »ausgezeichnet") erwärmen:

ausgezeichnet - 46,8 %

gut - 37,2 %

zufriedenstellend - 9,1 %

ausreichend - 3,2 %

unbefriedigend - 3,7 %

Ein Filmkaufmann erinnert sich, »der vorhergehende 17 M hatte die beste Heizung, die ich je in einem Auto vorfand

- leider hat der neue

Wagen diese Heizleistung nicht mehr«.

Gerügt wird vor allem, daß sich der Bedienungshebel nur »sehr schwer«, »nur mit Gewalt« oder oft »überhaupt nicht« betätigen lasse. Die Einstellklappe am Heizelement im Motorraum klemme häufig oder hake gar fest. Funktioniert der Mechanismus jedoch, wird die Heizleistung

einhellig gelobt. »Allerdings muß man den Mechanismus kennen«, erläuterte ein Vertreter mit einem 20 M TS. Ein Reise-Inspektor mit einem 20 M bekundet: »Nach anfänglichen Schwierigkeiten jetzt voll wirksam, mollig warm auch bei strengem Frost, immer freie Scheiben.«

Ford hat beim 20 M ohne Zweifel für eine wirksamere Belüftung als bei jedem anderen Ford-Modell gesorgt, denn die »Ausgezeichnet«-Note stieg im Vergleich zum Vorgängertyp (16,5 %) auf mehr als das Zweieinhalbfache:

ausgezeichnet - 42,5 %

gut - 40,8 %

zufriedenstellend - 10,7 %

ausreichend - 3,8 %

unbefriedigend - 2,2 %

Die neue, von Ford als »Vollkreis -Ventilation« bezeichnete Lüftungsanlage mit drehbaren Düsen auf dem Armaturenbrett und Dauerentlüftung in den hinteren Dachstreben übertrifft damit sogar die guten »Ausgezeichnet«-Werte französischer Wagen wie des Peugeot 404 (39,7 %), Renault R 4 (36,1 %) und Citroen ID/DS 19 (41,4 %).

Ein Teil der Ford-Besitzer beklagt sich jedoch, trotz Vollkreis-Ventilation beschlügen immer noch die Scheiben. Der Wirkungsgrad der hinteren Entlüftungsschlitze reiche nicht aus. Auch wird nicht selten bemängelt, der Frischluftstrahl werde durch die sogenannten Vario-Air-Düsen zu stark gebündelt: Fahrer und Beifahrer werden direkt angeblasen.

Bequemlichkeit und Fahrkomfort finden volle Anerkennung, obwohl das normale Modell mit Vordersitzbank und nicht - wie das TS-Modell - mit Einzelsitzen geliefert wird:

ausgezeichnet - 32,4 %

gut - 56,3 %

zufriedenstellend - 8,3 %

ausreichend - 2,8 %

unbefriedigend - 0,2 %

Gegen die Größe des Kofferraumes haben die Eigentümer nichts einzuwenden:

ausgezeichnet - 56,4 %

gut - 32,8 %

zufriedenstellend - 6,7 %

ausreichend - 2,6 %

unbefriedigend - 1,5 %

Doch sei der »litermäßig große Kofferraum sehr verbaut« (so ein Ingenieur). Beim Radwechsel müsse der Fahrer zunächst »sämtliches Gepäck auf die Straße stellen«. Außerdem nehme das Reserverad »an der Vorderwand (des Kofferraums) zuviel Platz in Anspruch«, merkten mehrere Fahrer an. Störend seien überdies der unebene Boden und die »spitzwinkligen Vertiefungen, in denen kleinere Gegenstände auf Nimmerwiedersehen verschwinden können«. Schließlich könnten »die ungeschützten Lichtleitungen durch herumrutschendes Gepäck beschädigt werden«.

Massiv wie bei keiner anderen Automobilbesitzer-Umfrage äußern sich die Fahrer unbefriedigt über das Fassungsvermögen des Tanks:

ausgezeichnet - 5,9 %

gut - 23,2 %

zufriedenstellend - 14,0 %

ausreichend - 14,7 %

unbefriedigend - 42,2 %

Die Tankgröße von nur 45 Litern sei »einfach undiskutabel«, »ein Witz« und »eine Unverschämtheit«. Einer formulierte: »Bei dieser Frage hat sich der Konstrukteur weniger als nichts gedacht.« Ein anderer: »Offensichtlich fahren die Konstrukteure ihren eigenen Wagen nicht.« Als Minimum werden 60 bis 65 Liter Fassungsvermögen angesehen, damit wenigstens 500 Kilometer ohne lästiges, häufig mit Warten verbundenes Nachtanken gewährleistet sind.

Das Motorengeräusch des V6-Motors bezeichnen 57,3 % der befragten Ford -Fahrer als niemals störend, 37,9 % halten es für erträglich, 4,8 % sind der Meinung, es sei zu laut.

Andere störende Geräusche vernahmen 61,3 % der Ford-Fahrer: 43,8 % verzeichnen allgemeine, nicht lokalisierbare Störgeräusche; 17,0 % machen die Türen und Türfenster für »Flattern«, »Klappern«, »Vibrieren« und »Schlagen« verantwortlich; 6,5 % empfanden unangenehme Windgeräusche bei geschlossenen Fenstern. 3,8 % fühlten sich durch Bremsenquietschen, 3,5 % durch das auf Stufe zwei zu laute Heizgebläse und abermals 3,5 % durch klappernde und scheppernde Sitze gestört.

Die Urteilsprozente zum Kundendienst haben sich im Vergleich zur letzten Ford-Befragung (Typ 12 M) kaum geändert:

ausgezeichnet - 15,9 %

gut - 40,8 %

zufriedenstellend - 19,0 %

ausreichend - 12,8 %

unbefriedigend - 11,5 %

Am Ford-Kundendienst gefällt, daß Inspektionen nur alle 10 000 Kilometer vorgeschrieben sind und das Netz relativ dicht ist. Die Annahme arbeite in der Regel freundlich und schnell. Bei Garantie-Arbeiten werde meistens prompt Abhilfe geschaffen. Zugesagte Termine würden gewöhnlich eingehalten.

Als unerfreulich empfinden die Fahrer, daß kleinere Werkstätten oft nicht alle Ersatzteile auf Lager haben, die Preise nicht verbindlich vorgeschrieben und teilweise selbst für heutige Verhältnisse horrrend sind. Häufig arbeiten zu viele Lehrlinge am Wagen, dessen Besitzer sich vergebens nach individueller Betreuung sehnt - der Ford -Fahrer mag sich nicht mit langen Wartezeiten und Voranmeldungen abfinden.

86,9 % der Ford-Fahrer haben zusätzliches Zubehör gekauft. Einen Verbandskasten besitzen zwei Drittel aller 20-M -Fahrer (66,4 %). Fußmatten haben 64,0 %; Warnlampen, Warnflaggen und Warndreiecke führen 64,0 % der befragten Ford-Besitzer mit sich. .

Weiteres Zubehör: D-Schild (63,0 %), Abschleppseil (59,9 %), Radio (53,1 %), Reservekanister (47,4 %), M&S-Reifen ohne Spikes (23,5 %), Schiebedach (22,3 %), Sicherheitsgurte (21,6 %), Innenthermometer (16,8 %), M&S-Reifen mit Spikes (16,3 %), Feuerlöscher (15,4 %), Ablagefach (13,5 %), Auspuffblende (13,2 %) und blendfreier Innenspiegel (12,8 %).

Von den befragten Ford-Besitzern würden sich einen Wagen gleichen Fabrikats

wieder kaufen - 53,6 %

vielleicht wieder kaufen - 36,9 %

nicht wieder kaufen - 9,5 %

* Eine ausführliche Fassung der Umfrageauswertung erscheint als Heft Nr. 46 der Reihe »Gefahren und geprüft« im Verlag Delius, Klasing & Co. in Bielefeld.

** Die angegebenen Prozentzahlen ergeben eine größere Summe als 100, weil oft mehrere Kaufgründe angeführt werden. Das gilt auch für andere Punkte der Befragung.

Tacho trotzt der Werksangabe

Mangelnde Liebe fürs Detail

»Viel Auto - wenig Benzintank!«

Angenehme Belüftung

Ford-Kofferraum

Verbaute Größe

»Wo steckt nur das Reserverad?«

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