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Briefe

FORD-AKTIONEN
aus DER SPIEGEL 13/1958

FORD-AKTIONEN

Die plötzliche Ablösung der Vorstandsmitglieder der Ford AG, Köln, wird von Ihnen wieder einmal typisch SPIEGEL dramatisiert. In dieser Handlungsweise zeigt sich doch meines Erachtens nur, wie weit die Amerikaner im Geschäftskampf wirklich sind - nämlich überlegen durch weitsichtige Planung und das damit untrennbar verbundene organisierte Management. Daß dabei im Laufe der Jahre verdiente Direktoren den Laufpaß bekommen, sind nur Randaktionen, die in dem großen Vorhaben der Ford-Werke (Detroit) keine bedeutende Rolle spielen. Das ist Gott sei Dank das Erfreuliche an Ihrem Artikel, daß Sie sehr deutlich darauf hinweisen, welche Situation auf dem Automobilmarkt eintreten wird, wenn der große europäische Gemeinsame Markt Wirklichkeit geworden ist. Die Amerikaner wissen mit großer Wahrscheinlichkeit, wie man Großmärkte erobert. Wissen es die führenden Leute der deutschen Automobil-Industrie auch?

Düsseldorf EBERHARD IGLER

Ließen Sie bei diesem Artikel Herz und Logik nicht etwas zu verschiedene Wege gehen?

Ganz abgesehen davon, daß Ford von Haus aus nicht gewohnt ist, Aktionäre schlecht zu behandeln, da die freien Ford-Aktionäre in den USA weitgehend mit Ford-Autokäufern identisch sind: Glauben Sie, daß ein Vorgehen an der deutschen Börse in Detroit beschlossen wird, ohne Köln zu konsultieren?

z. Z. Heidelberg AXEL W. WALDSCHMIDT

Bei allem Wohlwollen scheint es in diesem Falle unangebracht zu sein, das Mitleid bei den Lesern zu wecken und ein derartiges »Beileidschreiben« zu verfassen.

Göppingen VOLKER LEUPOLZ

Sie haben den Eierkopf (den neuen Ford -Direktor Andrews) zwar in Anführungsstriche gesetzt. Um aber nicht den Eindruck zu erwecken, daß es sich hierbei etwa um ein Zitat handelt, wäre es vielleicht angebracht, Ihren Lesern zu sagen, daß mit egg-head im amerikanischen Slang der Intellektuelle bezeichnet wird. Inwieweit nun jeder, der ein College absolviert hat, auch schon ein »Eierkopf« ist, ist eine Frage der Definition.

Köln DR. JOHANNES STEMMLER

Es ist erstaunlich, daß Du die Gründe der personellen Veränderung im Vorstand der Ford-Werke sehr genau »vorausgesagt« hast. Erst zwei Tage nach Erscheinen des SPIEGEL wurden wir als Betriebsangehörige der Ford-Werke von Mr. Andrews durch eine Hausmitteilung davon unterrichtet. Kölns neuer Ford-Chef schreibt:

Die Automobilindustrie hat in Deutschland in den vergangenen Jahren einen großen Aufschwung genommen, eine weitere große Entwicklung unserer Industrie ist zu erwarten mit dem Aufbau des Gemeinsamen Marktes in Europa In den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren. Diese großen Aufgaben, die unserem Unternehmen daraus, erwachsen, verlangen

Männer in der Führung, die jung genug sind, auch dann die Geschicke des Werkes noch zu leiten, wenn der Gemeinsame Markt Wirklichkeit geworden ist. Diese Gründe haben zur Veränderung im Vorstand geführt.

Köln G. REICH

Ford-Chef Andrews

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