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Forschung

aus DER SPIEGEL 1/1954

Eine Dienststelle der amerikanischen Luftwaffe, nämlich die »Historical Research Division« (Historische Forschungsabteilung), wendet sich durch ihr »Research Centre« in Köln an ehemalige deutsche Wehrmachtsangehörige mit der Bitte um Auskunft, »da jeder, der sich während oder nach dem Kriege außerhalb der Deutschen Bundesrepublik aufgehalten hat, in der Lage ist, unserer Dienststelle wertvolle Beiträge zu leisten«. In dem beigelegten Formblatt, das offenkundig hauptsächlich für ehemalige russische Kriegsgefangene gedacht ist, wird gefragt nach.

* Lage und Produktion von Fabriken, Kraftwerken, Bergwerken,

* Bahnhöfen und Bahnstrecken,

* Flughäfen,

* Straßen-, Häuser- und Brücken-Bauprojekten

* und nach anderen bemerkenswerten Bauten oder Projekten.

»Wären Sie«, so fragt die Historische Forschungsabteilung, »zu einer persönlichen Rücksprache in unserer Dienststelle bereit, falls Ihre Auskunft für uns von Wichtigkeit sein sollte? Wenn Sie 'Ja' angeben, und wir Ihre Auskunft für wichtig

halten, werden wir Ihnen eine Eisenbahnfahrkarte zweiter Klasse zuschicken. Übernachtungskosten und Lohnausfall werden prompt vergütet.« Der Empfänger des Fragebogens wird angewiesen, den Bogen nicht zu unterschreiben. Die Historische Forschungsabteilung erkennt den Adressaten des Fragebogens an einer Nummer wieder, die im Kopf eingetragen ist.

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