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MARKETING Fragwürdige Ausschreibung

aus DER SPIEGEL 36/2007

Eine öffentliche Ausschreibung des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums sorgt in der Werbebranche für Irritationen. Der zuständige Minister Hendrik Hering (SPD) lässt derzeit Marketingkonzepte zur Imageförderung des öffentlichen Nahverkehrs erarbeiten. Von den über 40 Agenturen, die sich beworben haben, verlangte das Ministerium nicht nur Leistungsnachweise und konkrete Entwürfe, sondern auch 25 Euro für die Ausschreibungsunterlagen. Doch offenbar hatten die Regierungsmitarbeiter bereits eine Auswahl getroffen. In einer internen E-Mail, die aus Versehen an die Ausschreibungsteilnehmer fehlgeleitet wurde, beklagt sich der zuständige Referent über das rege Interesse. Bei einem Wettbewerber habe er »schon überlegt, ob ich ihm sagen soll, dass er nicht die Schnitte einer Chance hat, aber ich habe mich dann doch für die 25 Euro entschieden«. Auch taucht die Frage auf, was mit dem Geld gemacht werde, es seien schon »mehr als 1000 Euro reingekommen«. »Dafür könnten wir zum Beispiel so eine schöne Edel-Kaffeekochanlage auch bei uns im Flur installieren. Dann musst du nicht täglich in die Kantine.« Die Agenturen bemängeln »gravierende Verstöße im Vergaberecht«. Derzeit prüfen einige, ob der Tatbestand der Veruntreuung gegeben ist. Der zuständige Referent wurde inzwischen vom Verfahren und aus der Jury ausgeschlossen.

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