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Hausmitteilung Frauen, Halkbank, SPD

aus DER SPIEGEL 9/2021

Als sie 30 Jahre alt wurde, arbeitete Susanne Beyer bereits als Redakteurin beim SPIEGEL. Inzwischen ist Beyer 51, in einem Alter also, »für das es in unserer Gesellschaft tatsächlich keine Kategorie gibt«, sagt sie. Man sei nicht mehr jung, aber noch nicht wirklich alt. Beyer hat ähnlich alte Frauen wie Claudia Schiffer und Christiane Paul über Körper und Geist, Liebe und Begehren, Macht und Verantwortung befragt; außerdem hat sie Studien ausgewertet. Sie kommt zu dem Schluss, dass es falsch wäre, übers Älterwerden zu klagen. »Man bestätigt nur althergebrachte Bilder, die den Frauen schaden.« Beyer geht es darum, die Perspektive zu drehen: Was ist an Gutem da? Und sind nicht in Wahrheit die späteren Jahre einige der besten im Leben einer Frau? Heraus kam ein Buch, dessen Titel das neue Lebensgefühl der mittleren Jahre ausdrückt: »Die Glücklichen«. Der SPIEGEL bringt Auszüge. zum Artikel 

Vor acht Jahren hörte Redakteur Maximilian Popp erstmals von Reza Zarrab. Dem Goldhändler aus der Türkei wurde vorgeworfen, hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft bestochen zu haben, um mit Iran trotz Sanktionen heimlich Handel zu treiben. Jetzt erreicht der Fall die Weltpolitik. Ein New Yorker Gericht soll klären, ob die türkische Staatsbank Halkbank Zarrab beim Sanktionsbruch behilflich war. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan könnte darin verstrickt sein. Gemeinsam mit den Kollegen Sebnem Arsu und Alexander Sarovic recherchierte Popp, wie Erdoğan und der frühere US-Präsident Donald Trump erfolglos versucht hatten, das Verfahren abzuwenden. Die SPIEGEL-Leute haben mit Offiziellen in den USA und in der Türkei gesprochen und Gerichtsunterlagen ausgewertet. »Der Fall Halkbank ist ein internationaler Wirtschaftskrimi«, sagt Popp. »Er könnte für Erdoğan verheerende Folgen haben.« zum Artikel 

Wie viel Arbeiterklasse steckt heute noch in der SPD? Nicht mehr viel, glaubt man der Berliner Autorin Julia Friedrichs, die ein Buch über hart arbeitende Menschen in Deutschland geschrieben hat. Sie fühlten sich missachtet, auch von den Sozialdemokraten, bilanziert Friedrichs. Die Redakteure David Böcking und Katja Thimm diskutierten mit Friedrichs und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz darüber. Scholz, der das Buch aufmerksam gelesen hatte, wirkte in dem Videointerview ungewohnt offen und berührt. Er gestand Fehler ein und gab Friedrichs recht, dass zu viele Menschen mit ihrem Einkommen kaum über die Runden kämen. »Scholz scheint die Probleme erkannt zu haben«, sagt Thimm. »Enscheidend wird sein, ob es der SPD nun gelingt, das Vertrauen ihrer einstigen Stammklientel zurückzugewinnen.« zum Artikel 

Einen Neuanfang, nicht weniger als das versprach Gianni Infantino, als er vor fünf Jahren zum Präsidenten des Fußballweltverbands Fifa gewählt wurde. Er kündigte an, ein System zu reformieren, das durch Vetternwirtschaft und Korruption in Verruf geraten war. Aber auch er wird dafür kritisiert, Geld allzu großzügig auszugeben. SPIEGEL-Autor Marc Hujer traf Infantino im Herbst 2019 in dessen Büro in Zürich, er begleitete ihn nach Bangkok und Afrika. Dann stoppte die Pandemie Infantinos Reiselust. Als Hujer ihn im vergangenen Dezember erneut in Zürich besuchte, klagte Infantino, wie schwer seine Arbeit ohne die Abstecher in alle Welt geworden sei. »Er fühlt sich wie ein Weihnachtsmann ohne sein goldenes Buch«, sagt Hujer. zum Artikel 

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