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Briefe

Freibrief für Bayern
aus DER SPIEGEL 21/1995

Freibrief für Bayern

(Nr. 19/1995, Forschungsreaktoren: Aufweichung des Atomsperrvertrages durch Waffen-Uran für Garching)

Es gibt eine Fülle technischer, wissenschaftlicher und ökonomischer Faktoren, die den Einsatz von Uran hoher Anreicherung rechtfertigen. Das Konzept des FRM II ist weltweit unter Neutronenphysikern anerkannt und wird von diesen bestätigt. Der Ruf »Forschung ja - aber ohne HEU (Highly Enriched Uranium)« ist billige Effekthascherei und bringt die Wissenschaft keinen Schritt weiter. Einen Freibrief für Bayern braucht es in dieser Angelegenheit überhaupt nicht zu geben. *UNTERSCHRIFT: Garching GERT VON HASSEL Technische Universität München

Ein Skandal ist es, daß dieser Reaktor auch aus Geldern für den Hochschulbau finanziert wird. Diese Summe ist höher als diejenige, die laut Stellungnahme des Wissenschaftsrates als Lücke in den für dieses Jahr veranschlagten Hochschulbauförderungsmitteln fehlt. Im Klartext: Hier werden Gelder für den Hochschulbau in ein wissenschaftlich und außenpolitisch fragwürdiges Prestigeprojekt der bayerischen Staatsregierung gesteckt. Die Studentinnen und Studenten dürfen sich derweil weiter in überfüllten Hörsälen die Füße platt treten. *UNTERSCHRIFT: Eckental (Bayern) ELISABETH ALTMANN Bündnis 90/Die Grünen

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