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Briefe

Freie Aussprache
aus DER SPIEGEL 30/1972

Freie Aussprache

(Nr. 29/1972, Rundfunk)

Die in dem Beitrag »Erst mal HB« enthaltenen falschen Behauptungen sind wie folgt zu berichtigen:

1. Es wird behauptet: Dafür tut der Saarbrücker Funkchef, der letzte Woche für weitere 4 Jahre im Amt bestätigt wurde, seit langem, was er kann. Richtig ist: Dr. Mai wurde am 4. 7. 1972 für weitere fünf Jahre -- wie es das Gesetz vorsieht -- zum Intendanten des Saarländischen Rundfunks gewählt. 2. Es wird behauptet: Gegen Zilius-Proteste strich er (Dr. Mai) bildungspolitische Kommentare aus dem Programm.

Richtig ist: Die Sendung eines einzigen Kommentars wurde wegen Unausgewogenheit untersagt.

3. Es wird behauptet: Ihm (Dr. Zilius) mißfiel, daß die »Europawelle Saar« (wöchentlich 5 Mio Hörer) Sponsor-Sendungen nach dem Vorbild amerikanischer Privatstationen ausstrahlt -- komplette Programme also, die von der Industrie finanziert werden.

Richtig ist: Die Europawelle Saar hat laut Analyse des Zentralausschusses der Werbewirtschaft 1971 1,65 Mio Hörer pro Tag. Sponsor-Sendungen nach amerikanischem Muster werden nicht ausgestrahlt. Die Programmverantwortung des Saarländischen Rundfunks für alle Sendungen, auch für Werbesendungen, ist gewahrt.

4. Es wird behauptet: Die Fragen junger SR-Redakteure, mit denen Heinemann ein spontanes Gespräch führen wollte. mußten dem Chefredakteur vorher schriftlich eingereicht werden.

Richtig ist: Der Bundespräsident wohnte bei seinem Besuch beim Saarländischen Rundfunk einer lokalen Redaktionskonferenz bei, die normal verlief und in der keinerlei vorbereitete Fragen gestellt wurden. Im Anschluß an diese Redaktionskonferenz fand ein Gespräch des Bundespräsidenten mit vier SR-Journalisten vor der Fernseh-Kamera statt. Die hierbei gestellten Fragen waren dem Bundespräsidenten durch Herrn Reintgen vorher mitgeteilt worden; bei der Vorbesprechung hat der Bundespräsident gebeten, von einer Frage Abstand zu nehmen. Dem Gespräch vor der Kamera folgte eine freie Aussprache ohne irgendwelche Vorabsprachen

Saarbrücken DR. MAI Saarländischer Rundfunk

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