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Freiheit gegen Kaution

aus DER SPIEGEL 3/1972

beantragten beim Bezirksgericht San Francisco (Kalifornien) die Anwälte der Philosophin und Kommunistin Angela Davis, deren Prozeß -- nach über einem Jahr Untersuchungshaft -- am 31. Januar beginnen soll. Noch ehe eine Grand Jury sich mit der Stichhaltigkeit der Anklage wegen erpresserischer Entführung, Mord und Komplott zur Ausführung dieser Verbrechen befaßt, wehrte sich die Bürgerrechtlerin gegen eine Personalisierung ihres Falles und deutete eine neue Verteidigungsstrategie an: »Ich glaube, daß die Bewegung, die sich um meine Person gebildet hat. transformiert werden kann in eine Bewegung, die sich mit gleicher Intensität unseres Strafvollzugs im allgemeinen annimmt.« Weil ihr Augenlicht in den beiden Gefängniszellen (je 1,82 mal 2,44 Meter) gelitten hat, wird sie zwei- bis dreimal täglich spazierengeführt. Doch am schlimmsten scheint Angela Davis, die sich angewöhnt hat, pro Tag etwa 80 Zigaretten zu rauchen, »das Unvermögen, zu fühlen und zu erleben, was draußen vorgeht«. Diesen Mittwoch will das Gericht entscheiden, ob die Isolierung ein Ende hat.

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