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Briefe

FRIEDHOFSRUHE
aus DER SPIEGEL 34/1966

FRIEDHOFSRUHE

Die über die Staatsanwaltschaft Arnsberg aufgestellte Behauptung, sie habe auf eine Anzeige Frau Eberles gegen die Nachbarin wegen der Beschimpfung ihres Sohnes die Durchführung eines Ermittlungsverfahrens mangels öffentlichen Interesses abgelehnt, ist unwahr. Abgesehen davon, daß Frau Eberle nicht mehr im Besitz dieses angeblichen Bescheides sein will, hat eine eingehende Überprüfung der hiesigen Register und Karteien ergeben, daß ein Vorgang des fraglichen Inhalts bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg nie anhängig gewesen ist. Ebenso ist ein solcher Vorgang auch in den Registern der zuständigen Polizeibehörde in Neheim-Hüsten und der Kreispolizeibehörde in Arnsberg nicht vermerkt. Schließlich hat die in Ihrem Artikel erwähnte Nachbarin, gegen die sich die Anzeige gerichtet haben soll, bei ihrer jetzt durchgeführten Vernehmung erklärt, wegen der damaligen Äußerung »Judenkopf« (nicht: »Judenarschloch") niemals polizeilich als Beschuldigte vernommen worden zu sein. Ein ablehnender Bescheid der Staatsanwaltschaft ist nie erfolgt, von mangelndem öffentlichen Interesse kann also nicht die Rede sein.

Die übrigen angeführten angeblichen Vorfälle, die erst durch Ihren Artikel zu unserer Kenntnis gelangt sind, werden zur Zeit von Amts wegen geprüft. Dabei kann ich schon jetzt sagen, daß von einem Raunen auf dem Friedhof anläßlich der Beerdigung des Herrn Eberle nicht die Rede sein konnte.

Diese Richtigstellung erscheint mir erforderlich, auch im Hinblick auf die unverständlichen Leserbriefe in Ihrer Ausgabe Nummer 31, insbesondere auf die Leserbriefe der Herren Friedel aus Köln, Schröder aus Freiburg, Stündel aus Siegen und Gauger aus Marburg und andere mehr. Für diese Herren und auch für den Reporter des SPIEGEL sollte doch auch das Sprichwort Geltung haben: »Audiatur et altera pars!« Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier irgendeine Stelle mit Böswilligkeit arbeitet.

Arnsberg (Nordrh.-Westf.)

DR. K. STAAT

Leitender Oberstaatsanwalt

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