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Russlands Angriffskrieg Bundeskanzler nennt Putin »vielleicht schwersten Kriegsverbrecher unserer Zeit«

Der Bundeskanzler sieht nur einen Hebel, um Kremlchef Wladimir Putin zu einem Waffenstillstand oder einem Friedensabkommen mit der Ukraine zu drängen. Nachgiebigkeit sei »fehl am Platz«, betonte Friedrich Merz.
Zerstörung in der Ukraine: Feuerwehrleute sind nach einem russischen Drohnenangriff in Bila Zerkwa im Einsatz

Zerstörung in der Ukraine: Feuerwehrleute sind nach einem russischen Drohnenangriff in Bila Zerkwa im Einsatz

Foto: State Emergency Service Of Ukraine / REUTERS

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit scharfen Worten für sein Vorgehen im Ukrainekrieg kritisiert. »Es ist ein Kriegsverbrecher. Es ist vielleicht der schwerste Kriegsverbrecher unserer Zeit, den wir zurzeit im großen Maßstab sehen«, sagte der CDU-Chef in einem Interview für die Sat.1-Sendung »:newstime«. »Und wir müssen uns einfach darüber im Klaren sein, wie man mit Kriegsverbrechern umgeht. Da ist Nachgiebigkeit fehl am Platz.«

Merz hat Russland auch als Kanzler schon »schwerste Kriegsverbrechen« und »Terror gegen Zivilbevölkerung« vorgeworfen. Dass er den russischen Präsidenten persönlich als »vielleicht schwersten Kriegsverbrecher unserer Zeit« bezeichnet, ist aber neu.

Ökonomische Erschöpfung als Ziel

Der Kanzler sagte außerdem: »Ich habe keine Veranlassung, Putin an irgendeiner Stelle Glauben zu schenken.« Der russische Präsident sehe im Augenblick überhaupt keinen Grund, sich einem Waffenstillstand oder gar einem Friedensabkommen mit der Ukraine zu nähern. »Den Grund müssen wir schaffen. Militärisch wird das schwierig, aber ökonomisch kann das gehen.« Man müsse dafür sorgen, dass Russland nicht mehr in der Lage sei, seine Kriegswirtschaft aufrechtzuerhalten. »Ich spreche in diesem Zusammenhang von einer ökonomischen Erschöpfung, die wir mit herbeiführen müssen.« Dies gehe etwa durch Zölle auf diejenigen, die immer noch mit Russland Handel treiben.

Trump: »Ich bin sehr enttäuscht von Präsident Putin«

US-Präsident Donald Trump zeigte sich am Dienstag »sehr enttäuscht« darüber, dass Putin nach dem Alaska-Gipfel keine Anstalten für einen Friedensschluss mit der Ukraine unternimmt. In einem Radiointerview vom Dienstag sagte Trump: »Ich bin sehr enttäuscht von Präsident Putin, das muss ich sagen«. Er fügte hinzu: »Wir hatten eine großartige Beziehung, ich bin sehr enttäuscht.«

Trump beklagte gegenüber Radiomoderator Scott Jennings weiter, dass »Tausende Menschen sterben, das ist ein Krieg, der keinen Sinn hat«.

Trump, der im Wahlkampf angekündigt hatte, den mittlerweile seit mehr als drei Jahren andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine binnen 24 Stunden zu beenden, hatte Putin am 15. August in Alaska empfangen. Zu einem von Trump anschließend in Aussicht gestellten Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kam es bislang nicht. Zu möglichen Konsequenzen von Putins Weigerung sagte Trump auch am Dienstag nichts.

hen/dpa/Reuters