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Briefe

Frisch auf den Tisch
aus DER SPIEGEL 46/1980

Frisch auf den Tisch

(Nr. 44/1980, Ernährung: Medikamentenmißbrauch in der Tierhaltung)

Länder und Bundesgesundheitsministerium ziehen erste Konsequenzen aus dem Östrogen-Skandal. Statt verstärkter Aufklärung und Kontrollen wollen sie nun die Informationen stoppen, um so Skandale von vornherein zu verhindern.

Die Verbraucher sollen demnächst bei Verstößen gegen das Lebensmittelrecht S.12 nur noch bei direkt drohenden Gefahren informiert werden.

Wir fordern die Gesundheitsbehörden auf, den Konsumenten reinen Wein einzuschenken. Aus deutschen Landen frisch auf den Tisch sollte nicht nur für die Produkte gelten, sondern auch für die Informationen über Gifte in Lebensmitteln.

Verzögern, Verheimlichen und Verniedlichen kann zu gravierenden gesundheitlichen Schäden führen.

Düsseldorf LOTHAR HEIDEPETER Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen

Sofortige Betriebsschließungen bei aufgedeckten kriminellen Vergehen, Praxisuntersagung für daran beteiligte Tierärzte und Bestrafung der Lieferfirmen bei Inverkehrbringung von unerlaubten Tierarzneimitteln würden die Situation allmählich verbessern.

Die Hauptursache ist jedoch eine fehlgelaufene EG-Landwirtschaftspolitik, die mit überhöhten Garantiepreisen für die Erzeuger und fehlgeleiteten Subventionen die normale Grünlandtierhaltung zum Erliegen bringt und die Expansion von bäuerlichen Großbetrieben industriellen Charakters in der Tierzucht unter Einsatz hoher staatlicher Förderungsmittel begünstigt.

An den weitgehend jeder Kontrolle entzogenen chemisch-technischen Produktionsverfahren verdienen Pharmaindustrie, Futtermittelhersteller und Landwirte, während der Verbraucher und S.13 Steuerzahler nicht nur finanziell, sondern auch mit hohem Gesundheitsrisiko vorerst noch für diese Politik einzustehen hat.

Brüssel DR. F. KEMPCHEN Europagruppe der Lebensmittelfilialbetriebe (G.E.M.A.S.)

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