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TÜRKEI Führungskrise in der PKK

aus DER SPIEGEL 50/1998

Während sich der Chef der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), Abdullah Öcalan, im römischen Exil um politische Anerkennung bemüht, ist unter seinen Kämpfern in den kurdischen Bergen Streit um die militärische Führung der Organisation ausgebrochen. Das geht angeblich aus dem Funkverkehr der PKK-Kader hervor, den der türkische Geheimdienst abhört. Vor allem Öcalans jahrelang kaltgestellter Bruder Osman soll das große Wort führen: Die absolute Herrschaft seines Bruders Abdullah sei vorbei, verkündete er in einer seiner Ansprachen. Den bewaffneten Kampf hält Osman Öcalan offensichtlich für verloren: Er empfahl seinen Freischärlern, die »eigene Haut zu retten«. Die Reste seines einst 500 Mann starken Verbandes sollen sich nach Iran durchgeschlagen haben. Einen Durchhaltekurs propagiert dagegen Cemil Bayik, PKK-Kommandeur in Südostanatolien. Nach jetzt bekanntgewordenen Geheimdienstinformationen drohte er Deserteuren mit harten Strafen: 75 »Verräter« habe er bereits hinrichten lassen.

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