Zur Ausgabe
Artikel 2 / 90
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Hausmitteilung Fukushima / Griechenland / Titel

aus DER SPIEGEL 37/2011
Abfallberge auf ehemaligem Fußballfeld

Abfallberge auf ehemaligem Fußballfeld

Foto: Noriko Hayashi / Der Spiegel

Tag für Tag versuchen mehr als tausend Arbeiter unter Lebensgefahr, die im März havarierten Reaktoren im japanischen Fukushima unter Kontrolle zu halten. Viele rüsten sich im sogenannten J-Village für ihren Einsatz, sie werden von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Die Hauptzufahrt wird streng kontrolliert, SPIEGEL-Redakteurin Cordula Meyer, 40, und Fotografin Noriko Hayashi, 27, gelangten über einen unbewachten Nebenweg auf das Gelände. Drei Stunden lang sahen sie sich um, wurden aufgegriffen, hinauskomplimentiert - und schafften es dennoch, das Areal erneut zu betreten. Den Arbeitern ist es untersagt, mit Journalisten zu sprechen. Einige taten es doch. »Sie wollen, dass die Öffentlichkeit von ihrem Schicksal erfährt«, sagt Meyer. Als Helden fühlten sich die Männer nicht: »Die meisten haben einfach keinen anderen Job gefunden« (zum Artikel ).

Sehen Sie hier: Meyer, Arbeiter in Fukushima

Sehen Sie hier:
Meyer, Arbeiter in Fukushima

Mantras sind unentwegte Wiederholungen des Immergleichen, ihnen wird eine beruhigende, manchmal beschwörende Wirkung nachgesagt. Vorige Woche war zu bestaunen, wie Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissar Günther Oettinger, beide 57, ihr Mantra von der angeblich alternativlosen Rettung Griechenlands unters Volk brachten: Ein Austritt des Landes aus der Euro-Zone wäre »außerordentlich gefährlich« (Merkel) oder gar »verheerend« (Oettinger). Planungen für die Zeit nach einer Pleite wurden dementiert. Die Wahrheit verbarg sich hinter den Formeln: SPIEGEL-Redakteur Christian Reiermann, 49, erhielt bereits vergangenen Dienstag verlässliche Hinweise darauf, dass die Bundesregierung und die EU-Kommission detaillierte Pläne für den Fall des griechischen Staatsbankrotts ausgearbeitet haben. »In Berlin wächst die Überzeugung, dass Griechenland nicht mehr zu retten ist«, sagt Reiermann. Christoph Schult, 39, ging den Indizien in der Brüsseler EU-Zentrale nach, Anne Seith, 34, recherchierte die Lage vor Ort in Athen (zum Artikel ).

Nicht das Sein, sondern der Sitz bestimmt das Bewusstsein: Wer die Welt von einem Fahrradsattel aus erlebt, flucht über Autofahrer. Wer am Lenkrad sitzt, empört sich über Radler. Unter diesen beiden Gattungen der Verkehrsteilnehmerfamilie ist, wie Titelautor Frank Hornig, 42, beobachtete, »ein regelrechter Straßenkampf ausgebrochen«. Zum Team, das Zweirad-Liebhaber Hornig unterstützte, zählen Radfahrer unterschiedlicher Provenienz. Matthias Bartsch, 47, bezeichnet sich als Schönwetter-Radler, Stefan Berg, 47, tritt auf seinem Rennbike in die Pedale, bis ihm die Puste ausgeht. Markus Deggerich, 41, ist der Ansicht, dass zum »Verkehrshindernis« wird, wer nach Vorschrift fährt. SPIEGEL-Redakteure recherchierten zwischen Freiburg und Berlin, wie der rasant wachsende Fahrradverkehr das Land in eine Rüpel-Republik verwandelt. Sie fanden, so Hornig, Erklärungen für den neuen Kampfsport: »Dass Radfahrer immer aggressiver werden, liegt an der verfehlten Verkehrspolitik vieler Städte mit einem hohen Defizit an guten Radwegen« (zum Artikel ).

Verwandte Artikel
Zur Ausgabe
Artikel 2 / 90
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.