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Briefe

Gaddafi der Medizin?
aus DER SPIEGEL 6/1986

Gaddafi der Medizin?

(Nr. 4/1986, SPIEGEL-Gespräch mit Professor Julius Hackethal über seine neue Krebs-Therapie) *

Der Neologismus von Julius Hackethal erinnert mich sehr an »Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken«. Bald hat ihn das Schicksal von Daniel Paul Schreber ereilt. Die Sprache bringt es an den Tag. Wuppertal DR. MED. TURHAN DEMIREL Neurochirurg

Hackethal verläßt jetzt wohl den Boden jeder Gemeinfähigkeit. Seine größte Lebenskrise, vielleicht Katastrophe liegt erst vor ihm, wenn er den Zusammenbruch seines paranoiden Gedankengefüges erkennen muß. Abgesehen von aller persönlichen Tragik ist es schade um eine vertane Chance in der Medizin. Trier DR. MED BERNHARD GIES Leitender Anästhesist am Evangelischen Elisabeth-Krankenhaus

Der gute Hackethal hebt jetzt wohl vollkommen ab. Beruhigt hat mich, daß der Herr Professor Hackethal nach seiner zügigen Lösung des Krebsproblems (innerhalb einer Woche abgehakt, alle Achtung) nun die Arterienverkalkung erforschen will. Wollen wir hoffen, daß er schnellstens ein wirksames Mittel gegen diese Krankheit aus dem Ärmel schütteln kann - ad usum proprium. Bückeburg (Nieders.) DR. MED. REINHARD MALEK Arzt für Allgemeinmedizin

Nach Ihrem Interview gibt es für mich keinen Zweifel mehr: Von den vielen Milliarden Zell-Weibern meines Kollegen Hackethal haben einige Milliarden durchgedreht. Kein Wunder, daß die restliche Milliarde Mühe hat, die Ordnung aufrechtzuerhalten (die betretenen Mienen Ihrer Interviewer scheinen mir recht zu geben). Apropos, wenn Sie in Herrn Hackethal eine Art Gaddafi der (medizinischen) Wissenschaft sehen, liegen Sie richtig! Hamburg DR. MED. HANS MARKAU Facharzt für Chirurgie

Professor Hackethal sollte in der Öffentlichkeit alles vermeiden, was geeignet ist, das Vertrauen in die Schulmedizin weiter zu erschüttern; was Krebskranke davon abhalten kann, sich einer erforderlichen Operation, Immun-, Zellgift- oder Strahlenbehandlung rechtzeitig zu unterziehen. Abgesehen von nicht wiedergutzumachendem Schaden, könnte sonst der Eindruck entstehen, daß auch noch mit dem Kampf gegen Krebs Public Relation verquickt wird. Birlenbach (Rhld.-Pf.) WILHELM-LUDWIG MALLMANN Bürgermeister und Kurdirektor a D.

Ein »Dummkopf« - nach eigener Aussage - klärt nun das multifaktorielle Krebsgeschehen einfach auf... und weckt falsche Hoffnungen, das nachweislich schändlichste aller Unterfangen im angekratzten »Medizinbetrieb«! München MARIA-ELISABETH LANGE-ERNST Kollegium der Medizinjournalisten

Zu Ihrem SPIEGEL-Gespräch mit Professor Julius Hackethal fällt mir nur ein _(In seiner Klinik mit Redakteuren Jürgen ) _(Peter mann und Hans Halter vor dem ) _(Porträt seiner Lehrer Franz Rose (mit ) _(Geburtstagskranz) und Peter Pitzen. )

Satz ein: »Jetzt ist er komplett verrückt geworden!« Bielefeld MARTIN HEYD

Sicher müßte Professor Hackethal die Approbation entzogen werden. Allein schon deshalb, weil er der tragische Beweis für die Unmöglichkeit ist, die eigene Senilität zu diagnostizieren. Hünstetten (Hessen) BURKHARD DRABER

Dieser Mann ist zu loben und nicht zu »beseitigen«, wie es die Staatsanwaltschaft des Bayern-Freistaates beabsichtigt. Je näher an Rom, desto größer die Scheinheiligkeit. Wo ist denn die ehrliche Ethik der Ärzte? Wenn es darauf ankommt, im Urlaub oder bei der Bank. Frankfurt WILFRIED SCHLÜTER

Zum SPIEGEL-Gespräch Hackethal ein Ausspruch von Gustav Stresemann: »Jede große Idee mutet zuerst wie Tollheit an.« Berlin HERBERT LIEBENAU

Suprefact hat mir das Leben gerettet - bis jetzt dreieinhalb Jahre lang. Doch seit einem dreiviertel Jahr leide ich zunehmend unter Magenbeschwerden, von Universität und Bering nicht vorausgesehen und auch jetzt noch geleugnet. Dennoch stimme ich in vielem Herrn Hackethal zu, widerspreche aber in anderem ganz energisch, aus praxisnaher eigener Erfahrung. Manche seiner wohl eher spontanen Äußerungen sind unqualifizierbar. Idar-Oberstein (Rhld.-Pf.) DR. OSWALD A. MORENZ

Nun wissen wir''s also. Die sechs Thesen unseres Gesundheits-Gurus versprechen eine erfolgreiche Krebs-Therapie. Der Nobelpreis dürfte ihm sicher sein (Pech für Frank Elstner), zumal nun auch bekannt ist, daß sich gewöhnlicher Hautkrebs durch ein üppiges Pampelmusen-Picknick auf Jamaika kurieren läßt. Vermutlich ist gar der Halleysche Komet für seine medizinischen Erleuchtungen verantwortlich. Werne (Nrdrh.-Westf.) THOMAS WÖRDEMANN

BRIEFE

Auftauen und fertig

(Nr. 3/1986, SPIEGEL-Titel: Die Babymacher - Menschenzeugung im Labor) *

Gibt es denn auf dieser Erde für big business wirklich nichts Sinnvolleres zu tun? Dazu noch SDI und Superrüstung - wir sind total verrückt. Karlum (Schlesw.-Holst.) HARALD MINTKEN

Wenn der künstlichen Befruchtung im Reagenzglas kein konsequentes »Nein« seitens der Politik und der Wissenschaft entgegengesetzt wird, heute und jetzt, bleibt ein katastrophales Chaos nicht aus. Was muten wir unseren Kindern und Kindeskindern zu! Jockgrim (Rhld.-Pf.) YVONNE FRIEDMANN

Dank für Ihren glänzenden Bericht! Nur eines fehlt beim Plädoyer gegen die widerliche Instrumentalisierung befruchteter Eizellen und Embryonen: daß all das auch starke Argumente gegen jede Abtreibung

(von der strikt medizinischen Indikation abgesehen) sind. München PROF. DR. DR. REINHARD LÖW Ludwig-Maximilian-Universität Institut für Philosophie (Autor des Buchs: »Leben aus dem Labor«, Verlag Bertelsmann, 1985)

Immer wenn der Mensch in die Natur eingegriffen hatte, ging es schief. Die Zeitbombe tickt, wann geht sie hoch? Tübingen JOACHIM BREUNIG

Sie zitieren mich in Ihrem Artikel namentlich. Daß ich Sterilitätspatienten vor ungerechtfertigten Angriffen Nichtbetroffener in Schutz nehme, ist bekannt. Schade nur, daß eine gute Gelegenheit vertan wurde, ein so ernstes Thema emotionsfrei abzuhandeln. Es ist immer leicht etwas abzulehnen, was man selbst nicht in Anspruch nehmen muß; es ist nur bedauerlich für die Psychosomatik, daß sie zur Begründung mißbraucht wird und damit gegen die Patienten selbst gerichtet wird. Die jedoch tun gut daran, zu schweigen, da sie ihr Problem eben nicht vor der Öffentlichkeit austragen wollen, und beobachten die pseudowissenschaftlichen Ausschweifungen der selbsternannten Experten mit ungläubigem Staunen. Man sollte die Leser nicht für so einfältig halten und glauben, daß sie den Unterschied zwischen einem eigenen Kind und einem Adoptivkind aus der Dritten Welt nicht sehen. Wenn die mit ärztlicher Hilfestellung entstandenen Kinder die Familien zerstören würden, begäben sich die Mütter wohl kaum nochmals in Behandlung, um ein zweites und drittes Kind zu haben. München DR. MED. WOLF-H. BLEICHRODT Frauenarzt Praxis für Fertilitätsstörungen und instrumentelle Insemination

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Ernst Benda weiß, daß die Grundrechtsgarantie des Art. 2 Abs. 2 GG ("Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit") den Nasciturus, den ungeborenen Menschen, mit umfaßt. Gleichwohl erklärt er als Kommissionsleiter die Rechtsnatur der Embryonen für »ungeklärt« und macht »aus Schlupflöchern weit offenstehende Scheunentore« für eine Vertierung der manipulierten Babyproduktion! Nimmt er eigentlich so seine »christliche Verantwortung« wahr? Waren - recht betrachtet - die Feministinnen mit ihrem Mehlangriff in der Universität Bielefeld vom 2. Dezember 1985 nicht viel zu zimperlich? Troisdorf (Nrdrh.-Westf.) DR. GÜNTER WEIGAND Sozialanwalt

Es ist doch praktisch unmöglich, die überzähligen Embryonen vor ethisch nicht vertretbaren Experimenten zu schützen. Nicht transferierte Embryonen stehen für die experimentelle Genforschung praktisch zur freien Verfügung, und die freiwillige Begrenzung der Experimente auf kurze Zeit nach der Befruchtung wird vielleicht weiter hinausgeschoben, wenn man in der Lage ist,

den Embryo länger im Reagenzglas am Leben zu erhalten. Der Umgang mit der Atomenergie hat uns gezeigt, daß die Wissenschaftler nicht immer in der Lage sind, den vollen Umfang der Auswirkungen ihrer Forschung zu überblicken. Lübeck DR. RER. NAT. ROSWITHA BORCHERT-BREMER

In naher Zukunft wird man Embryonen wie Fischstäbchen im Kühlregal finden. Die glücklichen Eltern suchen sich das passende Kind aus der Tiefkühltruhe. Einfach himmlisch! Nur noch auftauen, fertig! Frankfurt YASEMIN BAYSAL Jurastudentin

Aus wirtschaftlichen Gründen werden sich die Gentechnologien und ihre Homunculi durchsetzen. Gegen medizinische Notwendigkeiten kann Politik nur schwer argumentieren. Es gibt nur eine Hoffnung: Bis zur Serienreife müssen Toleranz und Hintanstellung des eigenen Ichs den Wettlauf mit Egoismus und Hierarchisierung gewonnen haben. Wiesbaden PETER SKUBELLA

Mich hat irritiert, daß Sie - wie in der Öffentlichkeit leider häufig der Fall - die Probleme der Reproduktionsbiologie unzulässigerweise vermengt haben mit den Problemen der Gentechnologie (Genoanalyse und Gentransfer). Zur Versachlichung der Diskussion scheint mir diese Unterscheidung von großer Bedeutung. Die Enquete-Kommission Gentechnologie wird Ende des Jahres in ihrem Abschlußbericht Vorschläge unterbreiten, wie ein möglicher Mißbrauch der Gentechnologie in ihrer Anwendung auf den Menschen verhindert werden kann, ohne gleichzeitig die Chancen dieser Technologie zur Entwicklung von Medikamenten, zum Schutz der Umwelt oder zur Sicherung der Ernährung der Weltbevölkerung zu beeinträchtigen. Bonn ROLAND KOHN, MdB/FDP Mitglied der Enquete-Kommission Gentechnologie des Deutschen Bundestages

Für meine Person schwöre ich, daß ich in meinem späteren ärztlichen Schaffen die Hände von derartigen Manipulationen lassen werde. Obwohl auch ich meine Faszination für die Wunder der Biologie und für das menschlich Machbare nicht bestreiten kann. Doch wenn wir mit diesem Unfug jetzt nicht aufhören, übernehmen wir die Rolle des Allmächtigen - und dazu reicht unser Geist nicht. Freiburg ANDREAS HEINZE, cand. med.

Ich persönlich stehe den Möglichkeiten, die die Gentechnologie bietet, durchaus kritisch gegenüber. Künstliche Befruchtung jedoch bedeutet für mich in erster Linie eine technische Hilfestellung, die mir und meinem Partner ermöglicht, geplant ein Kind zu bekommen. Die Pille und andere Verhütungsmittel haben bei der Planung eines Wunsch-Kindes einen ähnlichen technischen Status. Bedauerlich finde ich die Reaktion einiger Feministinnen, denen zum Thema »Gentechnologie« nur einfällt, »Hilfe, ich habe Angst!« Angst ist reaktionär. Wie wär''s mit sachlicher Auseinandersetzung? Oder versuchen Feministinnen hier, ihren Gegenspielern nachzueifern und einzelne Gruppen von Frauen (hier: sterile mit Kinderwunsch) abzuqualifizieren und auszugrenzen? Sehr unsolidarisch! Berlin KIRSTEN VOGEL

Ach - hätte doch meine Mutti sich für ein paar Mark das Sperma eines intelligenten Samenspenders gekauft - dann wäre bestimmt aus mir etwas Besseres geworden - als nur ein ungelernter Arbeiter! Frankfurt LOTHAR GRAF

BRIEFE

Geisterchen bei Nacht

(Nr. 3/1986, Fernsehen: »Seelenwanderung« im ZDF) *

Bohnen in den Ohren oder eher Spinat im Hirn? Was gibt es doch für Einfaltspinsel, die nur das für Realität halten können, was ihnen zwischen ihre Wurschtfinger oder vor ihre tomatenbepflasterten Augen gelangt! München WOLFGANG B. FEIL GABRIELE HÄNSCH KARIN RUMPLER Diplom-Psychologen

Immer wenn es gilt, gegen Parapsychologie, Astrologie und andere schreckliche Ketzereien zu Felde zu ziehen, erteilt der SPIEGEL einem cholerischen Herrn das Wort, der durch lautstarkes Schimpfen versucht, die allzu frechen Zweifler an der etablierten Wissenschaft zu übertönen. Katlenburg-Lindau (Nieders.) DR. HANS-PETER HERBST Dipl. -Physiker

Reinkarnation und Tischrücken in einem Atemzug zu nennen grenzt wirklich an hoffnungsloses Unverständnis. Wulfsen (Nieders.) NORBERT FAAS, Dipl. Psychologe

Die einzige Entschuldigung, die der Autor anbringen kann, ist, daß er von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Au (Schweiz) YOLANDA BERNHAUSER

Denken Sie etwa, die Befürworter der Esoterik sind alle blöde und nur Sie sind schlau? Berlin AXEL SCHÜTT

Dem Autor bleibt zu empfehlen, sich einen seiner scharfen Sprüche übern Schreibtisch zu hängen: Das Gehirn läuft (zuweilen! leider!) aus dem Ruder. Regensburg RAINER BREDL

Tatsächlich war diese Diskussionsrunde hervorragend moderiert und ermöglichte einen ruhigen und disziplinierten Gedankenaustausch. Geesthacht (Schlesw.-Holst.) MARGOT STAUB

Daß der Unterschied zwischen dem ZDF-Professor Brinkmann und dem SPIEGEL-Helmut Kohl, zwischen Betriebsklima im ZDF-Schwarzwaldkrankenhaus und politischem Klima in der SPIEGEL-BRD nur quantitativ ist, daß der Weg von der hinter Ihrem allwöchentlichen pseudointellektuellen Politikklatsch stehenden Ideologie zu Seelenwanderung und Tischerücken nicht so weit ist, dürfte doch so schwer zu begreifen nicht sein. Essen JENS BATHMANN

Ordentlich ! Berlin T. ECKA

Es ist doch ein unglaublich positiver Denkanstoß, sich darüber einmal klarzuwerden, daß man sich mit dem Tod des stofflichen Körpers nicht endgültig aus dem Leben verabschiedet, sondern zu weiteren Lernprozessen gegebenenfalls genau in den Saustall zurück muß, den

man hinterlassen hat - auch die Herren Direktoren von BASF, Bayer, Hoechst und ähnliche?! Düsseldorf GEORG BUSCHMANN

Seit es Menschen gibt, beschäftigen sie sich mit der Frage »Was kommt nach dem Tod?« Warum sollte die Frage »Was war vor der Geburt?« nicht genauso wichtig sein? Weder die geistige Armseligkeit des reinen Materialismus noch der schick gewordene Nihilismus bieten dem modernen Menschen eine Antwort auf seine immer dringender werdenden Fragen nach dem Sinn des Lebens. Hierbei kann allerdings die These von der möglichen Wiedergeburt eine Hilfe sein. Was für Plato und Pythagoras, für Kant und Goethe, für Schopenhauer und Rudolf Steiner ein wichtiges Thema war: Der SPIEGEL findet es lächerlich. Schade! Baden-Baden BRIGITTE und DR. FRANZ ALT

Was macht Ihr Journalist, wenn er sich plötzlich mit einem anderen Phänomen befassen muß, zum Beispiel der Liebe? Hoffentlich verknallt er sich bald mal richtig, vielleicht kommen ihm dann auch plötzlich Geisterchen bei Nacht. Ulm LEANNE WALZ, Hausfrau

Man kann den Schreiberling nur warnen, sich nicht des öfteren mit schlechtem Karma zu beladen, sonst könnte es ihm passieren, daß er, wie es in dem indischen »Gesetzbuch des Manu« niedergelegt ist, wo die Reinkarnationsmöglichkeiten dezidiert aufgelistet sind, im nächsten Leben als Ratte wiedergeboren wird. Hünstetten (Hessen) H A. MEHLER Fernsehjournalist und Schriftsteller

BRIEFE

Pflichtgemäß zugeleitet

(Nr. 5/1986, Panorama: Rau-Regierung in Nöten) *

Der Landesrechnungshof hat am 24. April 1985 dem Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr eine Prüfungsmitteilung über die Verkäufe solcher Wohnungen, die von der Wohnungsbauförderungsanstalt in den siebziger Jahren im Rahmen von Zwangsversteigerungsverfahren angesteigert wurden, zur Stellungnahme übersandt. Dabei handelt es sich nicht um ein »Sondergutachten« über Hilfen für die Neue Heimat. Diese Prüfungsmitteilung ist nicht »unter Verschluß« gehalten, sondern den Mitgliedern des Verwaltungsrates am 23. August 1985 zur Vorbereitung einer Sitzung am 4. September 1985 pflichtgemäß zugeleitet worden. Die Sitzung war die erste nach Eingang der Mitteilung. Mitglieder des Verwaltungsrates sind Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, der gemeinnützigen und der freien Wohnungswirtschaft, des Realkredits und des Landtags Nordrhein-Westfalen. Bonn GERHARD SELTMANN Pressereferent des Ministeriums für Stadtentwicklung Wohnen und Verkehr Nordrhein-Westfalen

BRIEFE

Überhaupt nicht prüde

(Nr. 2/1986, SPIEGEL-Reporter Erich Wiedemann über Profil- und Profitneurosen im Fürstentum Monaco) *

Sie haben so recht, daß der Fürst nicht weiß, daß es arme Leute gibt, nur sagen Sie Ihrem Leser nicht, daß sämtliche Lasten wie Schulen, Straßen und so weiter die Spielbank trägt. Aber das will der Fürst auch nicht, daß Sie das wissen. Berlin ULRICH WEISS

Fünfmal lieber würde ich - Chauvi hin, Macho her - für 1O000 Dollar mit dem androgyn-dominanten Blaublut-Vamp Stephanie eine Süßspeise vernaschen und Frau Caroline Casiraghi zum Dessert, als auch noch mit der von ihrer Schwiegermutter eingekleideten Lady Di eine Suppe schlürfen. Möge uns die monegassische Polizei-Bananen-Monarchie des Grimaldi-Geschlechts noch recht lange erhalten bleiben. Bremen P. MEIERDIERCKS

Im Grundsatz ist Wiedemann, so zynisch es auch ist, zuzustimmen: Der Grimaldi-Konzern »Monaco befindet sich in einer wirtschaftlichen Krise. Allerdings dürfte die Ursache nicht in dem Tod der prüden Amerikanerin Grace Grimaldi liegen, deren Prüderie wohl eher amerikanischer als katholischer Herkunft war. Nein, die überhaupt nicht prüden Töchter des Hauses, Caroline und Stephanie haben ihren Anteil an der Misere. Caroline heiratet erstens unüberlegt und zweitens bürgerlich und läßt sich drittens ohne päpstlichen Segen scheiden, damit nicht genug, heiratet sie ein weiteres Mal, diesmal einen Grünschnabel. Und Stephanie, diese Teenie-Domina? Sie ist zweifellos die Antwort auf ihre Schwester. Aber sie wird nicht mit dem Fürstentum in Verbindung gebracht, und sie ist nicht die Erstgeborene. Zwar hat sie erotische Ausstrahlung genug - selbst der Kronprinz der Niederlande möchte mal mit ihr-, aber es fehlt der androgynen Prinzessin doch wohl an Weiblichkeit. Man möchte ihr so gerne unter den Rock greifen, aber sie zieht ja nur Hosen an! Bremen GERNOT GRIM

In seiner Klinik mit Redakteuren Jürgen Peter mann und Hans Haltervor dem Porträt seiner Lehrer Franz Rose (mit Geburtstagskranz) undPeter Pitzen.

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