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Briefe

Ganz besonders verachtungswürdig
aus DER SPIEGEL 35/2000

Ganz besonders verachtungswürdig

Nr. 33/2000, Medizin: Rezeptbetrüger prellen Krankenkassen um Millionen

Die in Ihrem Artikel genannten Probleme sind uns leider nur zu gut bekannt und wurden im Rahmen der Studie »Transparenzmängel im Gesundheitswesen. Ressourcenverschwendung, Missbrauch, Betrug - Einfallstore zur Korruption« ausführlich dargestellt. Es ermutigt uns zu sehen, dass diese Problematik mittlerweile auch von Medien wie dem SPIEGEL aufgegriffen werden.

MÜNCHEN DR. MICHAEL WIEHEN TRANSPARENCY INTERNATIONAL DEUTSCHLAND E. V.

Betrug, nicht bedingt durch Armut, sondern Charakterschwäche - besonders der schon Wohlhabenden - ist kein Merkmal einer einzelnen Berufsgruppe oder Zeitepoche. Die recherchierten Zustände sind aber ganz besonders verachtungswürdig. Durch Betrug im Gesundheitssystem wird über den finanziellen Schaden normaler Wirtschaftskriminalität hinaus kranken Menschen indirekt und direkt Schaden zugefügt. Das heißt im Klartext Körperverletzung oder sogar Totschlag. Vor diesem Hintergrund ist es absolut unverständlich, wie sehr die Aufdeckung und Ahndung der längst bekannten mafiosen Strukturen durch unsere Standesvertretungen, die Krankenkassen und Staatsanwaltschaften, vernachlässigt oder sogar boykottiert wurden. Mit dem Rücktritt des gesamten Vorstandes der Apothekerkammer Hessen und der Wahl von Frau Dr. Heller zur neuen Präsidentin ist hier ein neues Zeichen der Besinnung gesetzt worden.

KREUZTAL (NRDRH.-WESTF.)

DR. GISO HARBAUM-NEUHAUS APOTHEKER

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