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TV-AFFÄREN Gartenzwerg

aus DER SPIEGEL 43/1977

Gegendarstellung: 1. Im SPIEGEL Nr. 39 v. 19. Sept. 1977 wird innerhalb der Rubrik »TV-Affären« unter der Überschrift »Unheimlicher Gartenzwerg« auf Seite 229 behauptet, die Schweden durften den Wallraff-Film sehen, obwohl Springer laut »Expressen« einen Sonderbeauftragten Hans-Günther Freitag zwecks Intervention im Sommerhaus des schwedischen Ko-Produzenten Frank Hirschfeldt schickte.

Hierzu wird festgestellt, daß Hans-Günther Freitag nicht -- wie der Eindruck erweckt wird -- von der Axel Springer Verlag AG als Sonderbeauftragter nach Schweden geschickt wurde, um dort gegen die Ausstrahlung des Wallraff-Films zu intervenieren. Hans-Günther Freitag ist als Redakteur beim Axel-Springer-Inland-Dienst (ASD) tätig. In dieser Funktion besuchte er Herrn Hirschfeldt auf dessen Bitte, um mit ihm Recherchen über ein Foto zu besprechen.

2. Ferner heißt es im SPIEGEL, daß der Film von Wallraffs fast viermonatiger Untergrundtätigkeit als BILD-Redakteur und -Schreiber nur streiflichtartige Ausschnitte dokumentiere, »die dennoch Talmi und Elend des einflußreichsten deutschen Boulevard-Journalismus sichtbar machen«. Dazu wird als ein Beispiel erwähnt:.. Etwa die scheinbar harmlose Umformung einer Karate-Schülerin zu einem blonden Weibs-Dämon mit tödlichen Schlägen.«

Der SPIEGEL verschweigt, daß die Berichterstattung über die Karate-Schülerin von Günter Wallraff alias Hans Esser verfaßt und von Anfang bis Ende von ihm »getürkt« wurde. Bei der jungen Studentin handelt es sich um eine Bekannte von Günter Wallraff. Anfang 1977 war der Regisseur des Wallraff-Films Jörg Gfrörer an sie herangetreten und hatte sie gefragt, ob sie bereit sei, in einem Film gegen BILD mitzuwirken. Die Studentin hat auf vorbereitete Fragen entsprechend den Wünschen von Wallraff geantwortet.

3. Der SPIEGEL behauptet, daß ein »BILD«-Reporter in dem Wallraff-Film im O-Ton erklärt: »Passen Sie auf, wir kriegen da einen Text aus Stuttgart, wir wollen das dann nur einhannoveranern, daß wir nur die Fakten liefern.« Dieses Zitat ist als Originalton im Film nicht vorhanden. Der Originalton an dieser Stelle läuft in schwedischer Sprache.

Hamburg, den 28. September 1977

Peter Tamm Alleinvorstand der Axel Springer Verlag AG Das Hamburgische Presse gesetz macht den Abdruck einer Gegendarsiellung ohne Rücksicht auf deren Wahrheitsgehalt zur Pflicht, sofern nur bestimmte Formerfordernisse gewahrt sind.

Zum Wahrheitsgehalt der beiden ersten Punkte der Gegendarstellung darf der SPIEGEL nicht Stellung nehmen, da der Axel Springer Verlag zunächst eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung erreicht hat, gegen die der SPiEGEL-Verlag freilich vorgeht.

Der dritte Punkt der Gegendarstellung ist unwahr. Der im SPIEGEL beschriebene Film von Wallraff ist ein Film in deutscher Sprache und enthält in deutscher Sprache (also im Originalton) die folgenden Worte eines »Bild«-Reporters: »Passen Sie auf, wir kriegen da einen Text aus Stuttgart, wir wollen das dann nur einhannoveranern, daß wir nur die Fakten liefern.« -Red.

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