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RAF Gedenken ohne Köhler

aus DER SPIEGEL 36/2007

Bundespräsident Horst Köhler hat nach der monatelangen Debatte um die mögliche Begnadigung des Ex-Terroristen Christian Klar offenbar genug vom Thema RAF. Er will nicht auf der Gedenkveranstaltung »Freiheit ist stärker - der Staat und seine Bürger in bleibender Verantwortung« sprechen, mit der die Bundesregierung sowie mehrere Stiftungen am 24. Oktober an die Opfer des Terror-Herbstes 1977 erinnern wollen. Hauptredner soll Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sein. Vertreter beteiligter Stiftungen sind enttäuscht von Köhlers Entscheidung, zumal das Präsidialamt anfangs Interesse signalisiert hatte. Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zum RAF-Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine beiden Begleiter im April 1977 ausgeweitet. Im Rahmen des Verfahrens gegen den einstigen RAF-Mann Stefan Wisniewski untersuchen die Ermittler inzwischen auch noch einmal den gescheiterten Anschlag mit einem Raketenwerfer auf den Dienstsitz der Bundesanwaltschaft am 25. August 1977. Die Fahnder haben jetzt die Ex-RAF-Mitglieder Rolf Heißler, Günter Sonnenberg, Christian Klar und Knut Folkerts zu Details des Anschlags zu vernehmen versucht - doch diese verweigerten weitgehend die Aussage. Auch der ehemalige Terrorist Peter-Jürgen Boock, der damals die Schussanlage baute, wurde viermal in Karlsruhe vernommen, wobei ihm ein Bundesanwalt Beugehaft von bis zu sechs Monaten androhte, falls er nicht umfassend aussage. Der Beschuldigte Wisniewski, der 1999 nach fast 21 Jahren Haft entlassen wurde, will erst nach Einsicht der Akten des Ermittlungsverfahrens entscheiden, ob er aussagen wird.

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