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EUROPA Gefälschte Berichte

aus DER SPIEGEL 49/1999

Im Skandal um die Ex-Forschungskommissarin der EU, Edith Cresson, geraten jetzt auch hochrangige Brüsseler Beamte ins Zwielicht. Ihnen wird Dokumentenfälschung und Betrug vorgeworfen. Die EU-Kommission hat ein Disziplinarverfahren gegen fünf ehemalige Mitarbeiter Cressons eröffnet, darunter sind ein stellvertretender Forschungsgeneraldirektor aus den Niederlanden und ein italienischer Abteilungsdirektor. Die belgische Justiz ermittelt.

Es geht um gefälschte Tätigkeitsberichte des Zahnarztes und Cresson-Spezis René Berthelot, den die Kommissarin unter anderem als »Aids-Spezialisten« zu einem Monatsgehalt von 14 000 Mark in EU-Dienste gestellt hatte. Die Berichte für 1995 und 1996 wurden offenbar erst 1998 angefertigt, als die Affäre ruchbar wurde. So wurde bei einem angeblich aus 1996 datierenden Bericht ein statistischer Anhang von 1997 gefunden. Auch Berthelot muss mit Konsequenzen rechnen: Er soll die Gehälter und Spesen in Höhe von 250 000 Mark zurückzahlen.

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