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Gefolgschaft

aus DER SPIEGEL 17/1949

Kriegserinnerungen und tausendjährige Worte durchzogen die Privatwohnung der Offizierswitwe Lindenau, Hamburg, Uhlenhorster Weg 9, auf einem Ausspracheabend des »Bund junger Deutscher«. Bundesmitglied Albers erklärte den Versammelten: »Vielleicht sitzt unter uns schon der Mann, der uns einmal sagen wird, das und das müßt ihr tun, und wir werden ihm bedingungslos folgen«. Der BJD ist aus der Deutschen Partei hervorgegangen und zählt in der Bizone 5000 Mitglieder. Er will wieder in die »Gemeinschaft der Kriegszeit, die Gemeinschaft der Schützengräben« zurückkehren. Ueber den Nazismus sei der Bund zwar hinaus, wolle aber das Gute von ihm beibehalten. In dem Versammlungszimmer hängt immer eine schwarz-weiß-rote Fahne. »Warum, wissen wir auch nicht, finden sie eben nett. Sie bedeutet jedem jungen Deutschen etwas. Womit wir uns aber nicht mit den Herren in Wolfsburg identifizieren, die diesen Mist gemacht haben«, beschwichtigt BJD-Geschäftsführer Richard Lamp.

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