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Gegendarstellung

aus DER SPIEGEL 49/1993

In DER SPIEGEL Nr. 43 vom 25. Oktober 1993 wurde ab Seite 288 unter der Überschrift »Im Rausch der Kohle« über den Fußballclub Schalke 04 berichtet. Zu diesem Artikel stellen wir als Vorstand des Vereins fest:

1. Der SPIEGEL behauptet, daß »Gehälter nur noch verzögert« gezahlt würden bzw. »Gehaltszahlungen bereits mit Verspätung eintreffen« und die Profis den Kapitän Holger Gehrke beauftragt hätten, beim Interimspräsidium »pünktliche Überweisung anzumahnen«.

Hierzu stellen wir fest: Alle Gehaltszahlungen sind pünktlich erfolgt. Herr Gehrke hat zu keinem Zeitpunkt pünktliche Überweisungen angemahnt.

2. Der SPIEGEL behauptet, der Verein sei »hoffnungslos überschuldet« . . . »Banken fordern Geld zurück, doch die Einnahmen sind bereits verpfändet«. Schalke sei ein Club, der »bis zum Saisonende kaum mehr Einnahmen zu erwarten hat«, »Fernseh- und Sponsorengelder wurden mehrfach zur Sicherung abgetreten«.

Hierzu stellen wir fest: - Kein Bankkredit wird vor dem 30. Juni 1994 fällig, und die Banken fordern derzeit auch kein Geld zurück; - der Verein erwartet bis zum Ende der Saison noch DM 2,978 Mio. aus Fernsehhonoraren, DM 600 000 aus dem Premiere- und Europapokaltopf, Gelder aus der Bandenwerbung in Höhe von ca. DM 700 000, aus der Vereinszeitschrift in Höhe von DM 500 000 sowie Einnahmen aus dem Kartenverkauf der Heimspiele. Keine dieser Positionen wurde verpfändet oder abgetreten. - Der Transferwert der Spieler beträgt laut SPIEGEL Nr. 44, Seite 288, »knapp 10 Millionen Mark«. Dieser Vermögenswert und die anderen vorstehend aufgeführten erwarteten Einnahmen übersteigen die Verbindlichkeiten.

3. Der SPIEGEL behauptet, daß unserer Hausbank »der gesamte Spielerkader zur Sicherung der Kreditlinie ständig abgetreten« sei.

Dies ist unrichtig.

4. Der SPIEGEL behauptet, daß Herr Günter Eichberg versucht hätte, den Mittelfeldspieler Büskens, der bereits einem Institut abgetreten gewesen sei, »noch anderen Instituten als Sicherheit anzubieten«.

Dies ist unrichtig.

5. Der SPIEGEL behauptet, »Schalke hat 16 Millionen Mark Schulden . . . Und im Dezember werden 2,1 Millionen Mark Kreditrückzahlungen fällig«.

Dies ist unrichtig. Der Verein hatte per Stichtag 22. Okt. 1993 Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 13,2 Mio. Im Dezember werden keinerlei Kreditrückzahlungen fällig.

Gelsenkirchen, den 16. Nov. 1993 Herbert Schmitz Rüdiger Höffken

Die offizielle Bilanz des FC Schalke 04 zum 30. Juni 1993 weist ein Minuskapital von 10 291 192,46 Mark aus. Das ist der Betrag, um den die Schulden die Aktiva übersteigen. Im Prüfbericht der KPMG, Deutsche Treuhand Gesellschaft, zu dieser Bilanz wird auf die rechtlichen Folgen einer Überschuldung hingewiesen. Der Verwaltungsrat zog nach Beratung in einem internen Papier dieses Fazit: »Schalke 04 ist zum 30. Juni 1993 nach der vorliegenden Bilanz überschuldet und müßte, wenn die in der Bilanz aufgeführten Aktiva den tatsächlichen Werten entsprächen, grundsätzlich Konkurs beantragen.« Eine Antragspflicht sah das Gremium schließlich »als tatsächlich nicht gegeben« an, nachdem bei der Bewertung des Profikaders der von KPMG festgestellte Buchwert in Höhe von 4,6 Millionen Mark durch »zwei erfahrene Mitglieder des Managements bzw. des Verwaltungsrats« auf einen Verkehrswert von 15,2 Millionen Mark erhöht worden war.

In seinem Papier kritisiert der Verwaltungsrat zudem das bis dahin übliche Verfahren bei den Abschreibungen auf den Spielerkader und kommt zu dem Schluß, daß das offiziell ausgewiesene Minuskapital noch zu gering angesetzt ist: »Die ,wahre' buchmäßige Überschuldung des Vereins liegt somit um 2,25 Mio. über der in der Bilanz ausgewiesenen, d.h. sie beträgt z.Zt. DM 12,5 Mio.«

Im KPMG-Bericht heißt es nach Ausführungen über Darlehen und Kontokorrentkredit des Klubs bei der Essener Genossenschaftsbank e.G. auf Seite 20 unter der Textziffer 37: »Zur Sicherung des Gesamtengagements sind gemäß Abtretungserklärung vom 7.11.1988 alle gegenwärtigen und zukünftigen Transferansprüche für die bei Schalke angestellten Lizenzspieler an das Institut abgetreten.« -Red.

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