Zur Ausgabe
Artikel 88 / 128
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Gegendarstellung

aus DER SPIEGEL 24/1994

In der Zeitschrift DER SPIEGEL, Nr. 16 vom 18. 04. 1994, ist auf Seiten 194 ff. unter der Überschrift »Völlig bekloppte Zahlen« ein Beitrag über den Berliner Nachrichtensender n-tv enthalten, zu dem ich mich wie folgt äußere:

1. In dem Beitrag heißt es: »Im März betrug der durchschnittliche Zuschaueranteil 0,3 Prozent, was bedeutet, daß gerade mal 40 000 Menschen den Nachrichtensender eingeschaltet haben.«

Hierzu erkläre ich: Zwar lag der durchschnittliche Marktanteil im März bei 0,3 Prozent. Dies sagt jedoch nichts über die Zahl der Zuschauer, die n-tv eingeschaltet haben, aus. Laut Messungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist n-tv im März im Durchschnitt 3,64 millionenmal pro Tag eingeschaltet worden.

2. In dem Beitrag wird weiter behauptet, es fehle n-tv an Werbespots.

Hierzu stelle ich fest: n-tv strahlt mehr bezahlte Werbespots aus, als ursprünglich geplant waren.

3. Im selben Zusammenhang wird erklärt, es fehle n-tv an Sendeleitungen.

Hierzu stelle ich fest: n-tv nutzt wie andere Fernsehsender in Deutschland Übertragungsleitungen der Telekom. Darüber hinaus verfügt n-tv über einen ständig angemieteten und von n-tv selbst disponierten Satellitenkanal zur Zuspielung von Nachrichtenmaterial aus aller Welt.

4. Unwahr ist die Behauptung, n-tv habe vier Übertragungswagen verkauft.

Wahr ist vielmehr, daß die vier Übertragungswagen nicht verkauft wurden und nach wie vor im Eigentum von n-tv stehen.

5. DER SPIEGEL schreibt, daß die vor kurzem ins Programm genommenen »Specials« auf Wunsch der Geschäftsführung nach Feierabend produziert werden.

Hierzu stelle ich fest, daß die Geschäftsführung einen solchen Wunsch niemals geäußert hat.

6. Es heißt weiter, daß kaum einer der n-tv-Leute mit weniger als 14 Arbeitsstunden pro Tag nach Hause gehe.

Hierzu stelle ich fest, daß die Mehrheit der n-tv Mitarbeiter weniger als 14 Stunden pro Tag für den Sender arbeitet.

7. Unwahr ist die Behauptung, ich hätte geäußert, die GfK-Erhebungen von Marktanteilen und Einschaltquoten seien »völlig bekloppt«.

Wahr ist vielmehr, daß ich gesagt habe, daß es »völlig bekloppt« sei, den Marktanteil, der keine Aussage über die tatsächliche Zahl der Zuschauer macht, als Maßstab für den Erfolg eines Nachrichtensenders heranzuziehen.

Berlin, den 11. Mai 1994 n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH & Co. KG Karl-Ulrich Kuhlo Geschäftsführer

Im März hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für n-tv eine »durchschnittliche Sehbeteiligung (in Millionen)«, von 0,03, also 30 000 Zuschauern, ermittelt. n-tv, das sich aus Werbeeinnahmen finanziert, mußte sein Budget für 1994 gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent kürzen. Seit Jahresbeginn werden die n-tv-Satelliten-Übertragungswagen von einer Fremdfirma betrieben, Ü-Wagen-Technikern wurde gekündigt. Der SPIEGEL bleibt bei seiner Darstellung. -Red.

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 88 / 128
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.