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Briefe

Gehirn abgegeben
aus DER SPIEGEL 12/2001

Gehirn abgegeben

Nr. 10/2001, Bundeswehr: Das Tagebuch einer jungen Rekrutin in der Grundausbildung

Man hat den Eindruck, die Bundeswehr ist für Kanonierin Watzl eine Art »Big Brother«-Container für Frauen, die es nicht mal schaffen, einen Job als Kosmetikerin zu kriegen. Ihre Bereitschaft, Verstand und Gewissen am Kasernentor abzugeben, qualifiziert sie natürlich für den Job.

BERLIN KARL JOSEF FRINGS

Dass sie am dritten Tag ihres freiwilligen Soldatinnendaseins in ihr Tagebuch notiert hat: »Die sind doch alle verrückt hier«, scheint Rekrutin Watzl längst vergessen zu haben. Minister Scharping und seine Hardthöhen-Strategen werden's mit Freude zur Kenntnis nehmen.

LEMGO (NRDRH.-WESTF.) UWE TÜNNERMANN

Obwohl ich »abgehärtet« bin, habe ich es nicht geschafft, den Beitrag bis zum bitteren Ende zu lesen. Bei »... mein Gewehr hat einen Namen - Petra ...« wurde mir schlecht, und spätestens als über das neu erreichte Traumgewicht erzählt wurde, musste ich aufhören. Neue Männer braucht das Land? Stimmt, aber neue Frauen bitte auch gleich!

STUTTGART SABINE GRÜSSER

Frauen erfüllen bis auf wenige körperlich bedingte Ausnahmen alle Anforderungen. Ich glaube sogar, dass sie in kritischen Situationen einen Tick zäher sind als die männlichen Rekruten. Einen hörbaren Unterschied gibt es aber: nach Dienstschluss ist der Geräuschpegel im Kompaniegebäude deutlich höher! Frauen sind dann doch kommunikativer.

ERFURT ENNO BERNZEN

Der Umgangston? Was hat sie erwartet? Morgens mit Frühstück am Bett geweckt zu werden und ein freundliches »Würden die Soldaten nun bitte aufstehen« ins Ohr geflüstert zu bekommen? Wir reden immer noch von einer Armee, in der das Testen der Belastbarkeitsgrenzen und die Erziehung zur Stressresistenz als Ausbildungsziel immer zwischen den Zeilen steht.

WERNAU (BAD.-WÜRTT.) CHRISTIAN FISCHER

Wenn die junge Dame vorher nicht gewusst hat, dass sie in der Grundausbildung ihr Gehirn an der Pforte abgeben muss und die Wochen mit einer gewissen Lust am Masochismus verbringt, hat sie sich sehr schlecht über ihren neuen Arbeitgeber informiert. Wurde das Tagebuch der ersten männlichen Hebamme (Geburtshelfer) eigentlich auch veröffentlicht?

HAMMELBURG (BAYERN) ANKE TRENTIN

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