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Geliebte »Funkstunde«

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aus DER SPIEGEL 13/1984

Eine Ausstellung unter dem Titel »Geliebtes Dampfradio« veranstaltet gegenwärtig das Landesmuseum Koblenz. Die Schau zeigt die technische Entwicklung: den »Detektor-Empfänger mit Drehkondensator-Abstimmung« aus den zwanziger Jahren ebenso wie den in der NS-Zeit massenhaft verbreiteten »Volksempfänger VE 301«, der zum Preis von 76 Reichsmark zu haben war und seit Kriegsbeginn mit einem Hinweisschild geliefert wurde: »Das Abhören ausländischer Sender ist ein Verbrechen gegen die nationale Sicherheit.« Dokumentiert wird auch der kulturgeschichtliche Aspekt: wie das Radio zuerst bei Bastlern, nachher bei allen Volksgenossen zunehmend die Freizeit bestimmte. Kuriosa: Ein Photo von »Schutzpolizisten mit drahtloser Radio-Empfangsapparatur« aus den 20er Jahren und eine Bedienungsanweisung für die Benutzer des Mikrophons in der »Funkstunde": »Soll Ihre Sprache natürlich klingen, dann sprechen Sie bitte auf das Mikrophon und nicht in das Manuskript.«

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