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General unter Beschuß

aus DER SPIEGEL 22/1976

Im März konnte sich Generalmajor Eberhard Wagemann, Kommandeur der Bundeswehr-Führungsakademie in Hamburg, noch als Sieger fühlen, jetzt steht er selbst in der Schußlinie. Damals hatte Wagemann die Versetzung des Brigadegenerals Günter Raulf von der Akademie zur Nato durchgesetzt, nachdem dieser Vorschläge für erweiterte Mitwirkungsrechte des Akademie-Konsiliums vorgelegt hatte (SPIEGEL 15/1976). Bei der Amtsübergabe an dessen Nachfolger warf Wagemann dem abgeschobenen Raulf dann erneut Befehls-Umgehung und Illoyalität vor und krönte seine Betrachtungen mit der Feststellung, »Versuche zu räteartigen Ordnungen« hätten stets »in der Auflösung militärischer Ordnung, im Freikorps- oder Bandenwesen« geendet. Verteidigungsminister Georg Leber war empört, mag sich aber derzeit zu Schritten gegen den Akademie-Chef nicht entschließen, da die Bundeswehr-Spitze einstweilen offenkundig an Wagemann festhält. Ein Bonner Wehr-Experte: »Diese Sache wird weitergehen, das ist eine Neuauflage des Konflikts um die Innere Führung.«

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