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Hausmitteilung Generation Corona / Steueroasen / Ghana / SPIEGEL GESCHICHTE

aus DER SPIEGEL 22/2020
Rainer, Wille

Rainer, Wille

Foto: CARSTEN SCHILKE / DER SPIEGEL

Als die Pandemie Deutschland erreichte, waren die Redakteure Anton Rainer und Robin Wille froh, Teil einer privilegierten Gruppe zu sein. Beide sind Ende zwanzig, gesundheitlich hatten sie wenig zu befürchten. Wie falsch sie jedoch mit ihrer entspannten Einschätzung lagen, bemerkten sie bald im Freundeskreis: Studierende verloren ihre Nebenjobs, befristete Verträge liefen aus, zugesagte Stellen wurden gestrichen. Gemeinsam mit dem Autor Thomas Schulz und weiteren Kollegen recherchierten sie die Krise einer ganzen Generation, die gerade ihre Chancen auf späteren Wohlstand schwinden sieht. Ökonomen sprechen bei jungen Menschen, die in einer Wirtschaftskrise ins Berufsleben starten, von »Vernarbungen«, die Jahrzehnte nachwirken. Gesundheitlich sei das Coronavirus für Ältere besonders gefährlich, sagt Rainer, »aber in der Wirtschaftskrise sind die Jüngeren die größte Risikogruppe«. zum Artikel 

Steueroasen gehören seit Jahrzehnten zu den Traumzielen von Superreichen. Anfang dieses Jahres bekam der SPIEGEL Kontakt zu der Aktivistengruppe Distributed Denial of Secrets (DDoS), der auch Mitglieder mit WikiLeaks-Vergangenheit angehören. Sie besitzen Daten aus einer der berühmtesten Steueroasen der Welt: den Bahamas. Der SPIEGEL hat die Dokumente mit dem Recherchenetzwerk EIC und der Henri-Nannen-Schule ausgewertet. Die Journalisten stießen unter anderem auf eine der reichsten Familien Deutschlands sowie auf ein großes deutsches Fußballidol. Mit den Funden konfrontiert, reagierten die meisten Betroffenen verschnupft, sagt Christoph Winterbach aus dem Investigativteam: »Manche Vermögende geraten schnell in Erklärungsnot, wenn man sie zu ihren Offshore-Aktivitäten befragt.« zum Artikel 

Das westafrikanische Ghana hat, wie viele Entwicklungsländer, ein Müllproblem. Der Bremer Antony Peddy will eine Lösung anbieten: eine Recyclinganlage nach deutschem Vorbild. Redakteurin Dialika Neufeld begleitete den Unternehmer nach Ghana. Dort trafen sie etwa auf den Ashanti-König Nana Etwekpanyinli VI. Die Vorteile der europäischen Recyclingkultur seien ihm bekannt, berichtete der Monarch während einer Recyclingshow in seinem Palast: Er selbst habe 20 Jahre lang in Italien gelebt und in einer Joghurtfabrik gearbeitet. Es sei schön gewesen, den Müll abends an die Straße bringen zu können und zu wissen: Am nächsten Tag ist er weg. Für sein Land wünsche er sich das Gleiche. »Viele der Einheimischen wissen längst, dass der Müll Umwelt und Gesundheit bedroht; sie können ihn aber nicht loswerden«, sagt Neufeld, »also landet er auf der Straße.« zum Artikel 

Ob Hundertjähriger Krieg (1337 bis 1453), die Kreuzzüge (von 1095 an) oder die Schlacht auf dem Lechfeld (955) – das große Hauen und Stechen gehörte im Mittelalter fast zum Alltag. Warum ehrgeizige Herrscher wie Heinrich der Löwe den Waffengang geradezu suchten, wie die Schlachten abliefen, wie mutig Ritter wirklich waren und wie die einfachen Menschen die Gefechte erlebten, beschreibt die neue Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE. Das Heft »Krieg im Mittelalter« erscheint am Dienstag, dem 26. Mai.

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